18. Oktober 2024 / Aus aller Welt

Tote Kegelrobben an Rügens Küste - Todesursache unklar

An Rügens Küste und am Greifswalder Bodden sind 26 tote Kegelrobben gefunden worden. Sie waren alle gut genährt. Die ersten Tiere wurden obduziert. Es gibt Hinweise auf eine mögliche Todesursache.

Woran die Kegelrobben an der Ostküste Rügens starben, ist noch unklar. Seit Anfang Oktober wurden 26 tote Tiere geborgen.
Veröffentlicht am 18. Oktober 2024 um 15:16 Uhr von dpa

Nach dem Fund von 26 toten Kegelrobben an der Ostküste Rügens und am Greifswalder Bodden ist die Todesursache weiter unklar. Bislang obduzierte das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund drei der Tiere. Die Robben hätten zum Teil Wasser in der Lunge gehabt, was dafür spreche, dass sie ertrunken seien, sagte die Kuratorin des Museums für Meeressäugetiere, Judith Denkinger, der Deutschen Presse-Agentur. 

Die meisten Tiere seien mit rund 150 Kilogramm und rund zwei Metern Länge sehr groß und alle gut genährt gewesen. «Auch alle Organe waren gesund.» Denkinger schloss nicht aus, dass sie sich in Reusen verfangen haben könnten, aus denen sie nicht mehr herausgekommen seien. Das Meeresmuseum und das Biosphärenreservat Südost-Rügen erstatteten Anzeige gegen Unbekannt. Die Wasserschutzpolizei bestätigte den Eingang einer Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. 

Die Robben würden nun alle so schnell wie möglich obduziert und bis dahin in den Gefrierraum gelegt. Bei Untersuchungen durch das Friedrich-Loeffler-Institut seien keine Infektionskrankheiten festgestellt worden. Die Tiere seien auch nicht ausgezehrt oder abgemagert gewesen. «Die Robben waren alle schön dick und rund», so Denkinger. Die Kadaver wurden seit Anfang Oktober überwiegend an der Außenküste zwischen Lobbe und Thiessow geborgen. 

Behörde vorsichtig bei Bewertung 

Fünf Robben seien in der Nähe einer Reuse gefunden worden. Ob ein Zusammenhang besteht, sei aber völlig unklar. Auch sei der Ertrinkungstod einer der am schwierigsten nachzuweisenden Todesursachen, sagte ein Experte. Am Greifswalder Bodden halten sich oft hunderte Robben auf. Laut Denkinger wurden im vergangenen Jahr insgesamt 43 Funde von toten Robben in Mecklenburg-Vorpommern registriert. 

Drei der nun gefundenen Tiere wurden im Auftrag der Veterinärbehörde des Kreises Vorpommern-Rügen für eine Sektion ins Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf) nach Rostock gebracht, wo sie obduziert wurden. Die diagnostischen Analysen liefen noch. Allerdings sei man sehr vorsichtig, wenn es um einen möglichen Zusammenhang zwischen der Todesursache und einer Reuse gehe, sagte Lallf-Direktor Stephan Goltermann. Vogelgrippe konnte bislang als Todesursache ausgeschlossen werden. 

In der Ostsee sind die Kegelrobben im 20. Jahrhundert fast ausgerottet worden. In den 1980er Jahren gab es erste Schutzmaßnahmen. Seither wächst der Bestand. Laut WWF gibt es heute wieder rund 42.000 Kegelrobben in der Ostsee. Das ist aber immer noch weniger als die Hälfte des ursprünglichen Bestandes. Wissenschaftler gehen von einst etwa 100.000 Tieren aus. Die Kegelrobbe ist das größte deutsche Raubtier.


Bildnachweis: © Biosphärenreservatsamt/dpa
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