21. Februar 2023 / Aus aller Welt

Alec Baldwin punktet vor Gerichtsverfahren

Eine mehrjährige Gefängnisstrafe hat er nicht mehr zu befürchten. Die Staatsanwaltschaft ließ einen Anklagepunkt fallen. Nach dem Todesschuss bei einem Dreh muss der Schauspieler aber vor Gericht.

Schauspieler Alec Baldwin, der nach einem tödlichen Schuss bei einem Western-Dreh vor Gericht muss, hat vor Beginn des Verfahrens einen Sieg errungen.
Veröffentlicht am 21. Februar 2023 um 04:21 Uhr von dpa

Hollywood-Star Alec Baldwin, der nach einem tödlichen Schuss bei einem Western-Dreh vor Gericht muss, hat vor Beginn des Verfahrens einen Sieg errungen. Nach Antrag seiner Anwälte ließ die Staatsanwaltschaft im US-Staat New Mexico einen Anklagepunkt gegen den 64-jährigen Schauspieler fallen. Nun könnte Baldwin im Falle eines Schuldspruchs mit einer deutlich geringeren Strafe davonkommen.

Der schwerwiegendere Anklagepunkt von fahrlässiger Tötung in Verbindung mit Schusswaffengebrauch wurde laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft gestrichen. Dies hätte Baldwin fünf Jahre Haft einbringen können. Seine Anwälte machten geltend, dass dieser Vorwurf juristisch fehlerhaft sei, denn die entsprechende Gesetzesgrundlage dafür sei erst Monate nach dem Todesschuss am Set des Western-Drehs in Kraft getreten. Mit diesem Argument konnte Baldwins Team nun punkten. Der Schauspieler äußerte sich zu dieser Entwicklung zunächst nicht.

Mögliches Strafmaß: Bis zu 18 Monaten Haft

Die Staatsanwaltschaft hielt dagegen, dass sie die «strittigen Ablenkungen» von Baldwin und dessen Anwälten umgehen wollten. Statt mit den Verteidigern einen teuren Streit um die Anklagepunkte zu führen, sei es ihr vorrangiges Ziel, Gerechtigkeit zu erwirken.

Gegen Baldwin und die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed liegt nun noch ein Anklagepunkt von fahrlässiger Tötung vor, mit einem möglichen Strafmaß von bis zu 18 Monaten Haft und einer Geldstrafe. Eine Anhörung in dem Fall ist für Freitag geplant. Ein Termin für den Prozessbeginn steht noch nicht fest.

Sicherheitsvorschriften wurden missachtet

Die Kamerafrau Halyna Hutchins war bei Dreharbeiten zu dem Western «Rust» auf einer Filmranch in Santa Fe im Oktober 2021 tödlich verletzt worden. Baldwin, der als Hauptdarsteller und Produzent bei dem Film mitwirkte, hatte eine Waffe bei der Probe für eine Szene bedient, als sich ein Schuss löste. Das Projektil traf auch Regisseur Joel Souza an der Schulter und verletzte ihn. Untersuchungen ergaben, dass in dem Colt eine echte Kugel steckte. Baldwin und die Waffenmeisterin hatten die Schuld an dem fatalen Unfall stets von sich gewiesen.

Ende Januar reichte die Staatsanwaltschaft die Anklage ein. Baldwin habe in vieler Hinsicht «extrem» fahrlässig gehandelt. Als Schauspieler und als Produzent des Films habe er zahlreiche Sicherheitsvorschriften missachtet, heißt es unter anderem in den Gerichtsdokumenten.

Dreharbeiten gehen bald weiter

Auch mehrere Zivilklagen sind in dem Fall anhängig. Die in der Ukraine lebenden Eltern und die jüngere Schwester der getöteten Kamerafrau Hutchins hatten Anfang Februar gegen Baldwin und andere Beteiligte eine Klage mit Schadenersatzforderungen eingereicht.

Unterdessen sollen die im Herbst 2021 eingestellten «Rust»-Dreharbeiten in den nächsten Monaten fortgesetzt werden. Neben Regisseur Souza sei auch Baldwin als Produzent und Schauspieler wieder dabei, teilte das Produktionsteam kürzlich mit. Der Witwer der Kamerafrau, Matthew Hutchins, kommt als ausführender Produzent dazu. Die Kamerafrau Bianca Cline soll nach Wunsch von Hutchins «die Vision von Halyna» für den Western vollenden, hieß es in der Mitteilung.  Über den Drehort wurde zunächst nichts bekannt.


Bildnachweis: © Evan Agostini/Invision/AP/dpa
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