18. April 2024 / Aus aller Welt

Ausweispflicht in Berliner Freibädern bleibt

Aggressive und renitente junge Männer und Jugendliche machen es manchen Berliner Freibädern schwer. Die Politik will mit vielen Maßnahmen dagegen vorgehen. Die Wirksamkeit ist umstritten.

Sicherheitsmaßnahme: Ein Polizeifahrzeug steht im vergangenen Sommer vor einem Freibad in Berlin-Neukölln.
Veröffentlicht am 18. April 2024 um 14:49 Uhr von dpa

Die umstrittene Ausweispflicht in Berliner Freibädern, die vergangenes Jahr wegen Tumulten renitenter Jugendlicher eingeführt wurde, soll auch diesen Sommer angewendet werden. Für den Einlass in die Sommerbäder müssen Badegäste Personalausweis, Führerschein oder einen anderen Ausweis vorzeigen. Das teilten die Bäder-Betriebe am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Zudem soll es einen Versuch mit einer neuen Hilferuf-App geben, mit der Badegäste im Hochsommer in Neukölln und Pankow Wachleute alarmieren können. Die App soll dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl zu verbessern. «Tagesspiegel» und «Berliner Morgenpost» hatten zuvor berichtet. 

Obwohl es Kritik an der Ausweispflicht gab, ist die Beibehaltung nicht überraschend. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte bereits im Herbst 2023 von einem Maßnahmenkatalog mit insgesamt 40 Punkten gesprochen, von denen erst ein Teil umgesetzt sei, und angekündigt, das werde auch 2024 «selbstverständlich weitergeführt». Am 6. Mai wollen die Bäder und Spranger alle Maßnahmen der Öffentlichkeit vorstellen.

Polizei und Videokameras

Tumulte kamen in den vergangenen Sommern vor allem im Neuköllner Bad, in Pankow und Schöneberg vor. Neu eingeführt wurden Videokameras an den Eingängen einiger Bäder, die auch erhalten bleiben. Außerdem standen oft Polizeiwagen demonstrativ vor den Toren. Taschenkontrollen und Hausverbote gegen Störer gab es schon in den Jahren zuvor.

In ihrer Ausschreibung für die App stellen die Bäder-Betreiber fest: «Durch das Aufeinandertreffen der verschiedensten Badegäste in den Bädern der BBB können kritische und sicherheitsrelevante Situationen entstehen. Um das Sicherheitsgefühl in den Bädern zu verbessern, möchten die BBB eine Hilferuf-App einsetzen.» 

Bisher sei bei einem Notfall die einzige Option gewesen, die Polizei anzurufen oder die Wachleute zu benachrichtigen. Allerdings seien die Gelände der Freibäder oft so groß und unübersichtlich, dass Hilfe zu spät komme. Mit der App solle mit einem Klick ein Alarm an das Sicherheitspersonal vor Ort geschickt werden können. «Mittels Ortungstechnik soll der Sicherheitsdienst zum genauen Standort geleitet werden, um schnell zu helfen.» 

Die beiden Freibäder in Neukölln und Pankow, in denen die App in den Sommermonaten von den Badegästen genutzt werden soll, waren diejenigen mit den meisten problematischen Vorfällen.


Bildnachweis: © Paul Zinken/dpa
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