Der Bauernverband dringt zum Schutz von Weidetieren auf eine Reduzierung der Wolfszahlen in Deutschland und auf feste Abschussquoten. «Eine Bestandsregulierung des Wolfes ist unumgänglich, ein Abschuss nur von übergriffigen Wölfen reicht nicht mehr aus, da ansonsten die Probleme mit dem exponentiellen Wachstum des Wolfes nicht mehr beherrschbar sind», sagte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, der dpa. Oberhalb des bereits erreichten günstigen Erhaltungszustandes des Wolfes seien auch jährlich festzulegende Entnahmequoten nötig. Heute Abend wollen Weidetierhalter Mahnfeuer in europäischen Ländern anzünden und gegen die bisherige Wolfspolitik protestieren. «Die Strategie einer Koexistenz der Weidewirtschaft mit dem Raubtier ist krachend gescheitert und grundlegend zu ändern», sagte der Vorsitzende des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung, Wendelin Schmücker, laut Mitteilung. Er hält im Kreis Harburg im Norden Niedersachsens 600 Mutterschafe. Dreimal habe er Wolfsangriffe erleben müssen, zuletzt im vergangenen Jahr. «Ich habe über 40 Tiere an Wölfe verloren.» Nach dem Stand aus dem Wolfsjahr 2021/2022 in Deutschland leben die meisten Wolfsrudel laut Bundesamt für Naturschutz in Brandenburg, gefolgt von Niedersachsen und Sachsen. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) kündigte an, sie wolle eine Tötung einzelner Wölfe nach Rissen von Weidetieren erleichtern. Abschüsse von Wölfen, die mehrfach Herdenschutzmaßnahmen wie Zäune überwunden haben, sind bereits möglich. Die Genehmigung und der Weg dorthin gelten aber als zu bürokratisch. Kommende Woche will Lemke Vorschläge vorlegen. Die Bundestags-Unionsfraktion forderte die Ministerin auf, sich für die Herabsetzung des Schutzstatutes des Wolfes einzusetzen. Das wird derzeit auf EU-Ebene geprüft. Der Wolf ist naturschutzrechtlich streng geschützt. Der Bauernverband teilte mit: «Niemand will den Wolf wieder ausrotten, aber wir brauchen ein wirksames Bestandsmanagement, da die Population in Deutschland nicht mehr gefährdet ist und die Probleme massiv zunehmen.» Wolfssichere Zäune gebe es nicht, Herdenschutzmaßnahmen hätten Grenzen. Der Deutsche Jagdverband sprach sich unter anderem dafür aus, Rudel, die durch vermehrte Nutztier-Risse auffielen, komplett zu «entnehmen». Im Wolfsjahr 2021/2022 (1. Mai bis 30. April) stieg die Zahl der Wolfsrudel bundesweit auf 161 (Vorjahr 158). Das geht aus Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf hervor. Neue Zahlen für das Monitoring-Jahr 2022/2023 lägen noch nicht vor, hieß es.«Strategie einer Koexistenz ist krachend gescheitert»
Lemke will Abschuss von Problem-Wölfen erleichtern
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Bauernverband hält feste Wolfs-Abschussquoten für nötig
Weidetierhalter fordern eine Begrenzung der Wolfszahlen. Ein Abschuss einzelner Problem-Wölfe nach Übergriffen auf Herden ist aus Sicht des Bauernverbandes nicht genug.
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