31. Januar 2025 / Aus aller Welt

Behörden schalten Cybercrime-Foren ab

Sie sollen für den Handel mit schädlichen Programmen benutzt worden sein. Nun wurden zwei große internationale Cybercrime-Plattformen abgeschaltet.

Mehr als 10 Millionen Nutzer sollen auf den Plattformen registriert gewesen sein. (Archivbild)
Veröffentlicht am 31. Januar 2025 um 13:02 Uhr von dpa

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt haben zwei Cybercrime-Foren mit Millionen Nutzern abgeschaltet. Nach Angaben der Behörden handelte es sich um die weltweit größten Handelsplattformen für Cybercrime im Internet. Mehr als zehn Millionen Nutzer sollen auf den Plattformen «nulled.to» und «cracked.io» unterwegs gewesen sein. 

Im Rahmen einer international abgestimmten Operation unter Führung der deutschen Behörden sei man gemeinsam mit Strafverfolgungsbehörden aus den USA, Australien, Spanien, Griechenland, Rumänien, Italien und Frankreich gegen die Plattformen und ihre Betreiber vorgegangen. Die Behörden identifizierten nach eigenen Angaben acht Menschen, die «unmittelbar am Betrieb der kriminellen Handelsplattformen mitgewirkt haben sollen». Zwei Menschen wurden festgenommen. 

Unter den Verdächtigen befinden sich auch zwei Deutsche im Alter von 29 und 32 Jahren. Einer von ihnen wohnt demnach in Spanien, der andere im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein. Bei beiden bestehe der Verdacht des gewerbsmäßigen Betreibens krimineller Handelsplattformen. Einer der beiden wurde festgenommen. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Daneben werden auch eine 27 Jahre alte Frau und weitere Männer im Alter von 21 bis 29 Jahren verdächtigt. 

Handel mit Schadsoftware

Insgesamt wurden sieben Durchsuchungen durchgeführt, teilten Generalstaatsanwaltschaft und BKA mit. Dabei beschlagnahmten die Ermittler 67 Geräte, darunter 17 Server, zwölf Accounts und zwölf kriminell genutzte Domains in zehn Ländern. Letztlich wurden die Plattformen abgeschaltet. 

Zudem wurden ein Zahlungsdienstleister sowie ein Hosting-Dienst vom Netz genommen, die unmittelbar zum Wirtschaftsgeflecht der Plattformen gehörten. Überdies beschlagnahmten die Behörden Vermögenswerte im mittleren sechsstelligen Bereich. 

Handel auf Plattform diente Hackerangriffen

Die Plattformen seien unter anderem für den Handel mit Programmen benutzt worden, etwa zur Vorbereitung oder Durchführung von Hacking-Angriffen oder für die Veröffentlichung ausgespähter Daten von Institutionen und Unternehmen. 

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erklärte dazu: «Das ist ein erneuter bedeutender Schlag gegen die internationale Cyberkriminalität.» Damit seien zwei große Plattformen unter anderem für Schadsoftware und kriminelle Hacking-Werkzeuge mit jeweils rund fünf Millionen Nutzerkonten vom Netz genommen worden.

Zweiter Fall: Shop «HeartSender» zugemacht 

Ebenfalls bekannt wurde heute, dass Ermittler in den Niederlanden gemeinsam mit dem amerikanischen FBI einen wichtigen Webshop für Cyberverbrecher außer Betrieb gesetzt. Über den Shop «HeartSender» seien weltweit Software für Internet-Betrug und auch Millionen Zugangsdaten verkauft worden, teilte die Polizei im südniederländischen 's Hertogenbosch mit. 39 Server und zahlreiche Domänen wurden sichergestellt. 

Der Webshop hatte unter mehreren Namen auf YouTube und anderen sozialen Medien für seine Produkte geworben wie «Sender», «Scampages» oder «Cookie grabbers». Damit konnten Cyberkriminelle massenhaft Spam oder sogenannte Phishing-Mails versenden. Wer hinter dem Webshop steckt, machte die Polizei nicht bekannt. Es sei eine internationale Bande, die sehr professionell operiere.


Bildnachweis: © Frank Rumpenhorst/dpa
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