8. August 2024 / Aus aller Welt

Bundesinstitut: Vorsicht bei melatoninhaltigen Mitteln

Schneller einschlafen, besser durchschlafen: Das versprechen Hersteller melatoninhaltiger Mittel. Doch was ist mit Nebenwirkungen?

Melatonin soll das Einschlafen erleichtern. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 8. August 2024 um 16:53 Uhr von dpa

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Melatonin zur Vorsicht. Insbesondere Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendlichen sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollten diese nicht eigenständig und unkontrolliert nehmen, wie das Institut mitteilte. Gerade eine Einnahme über einen längeren Zeitraum könne unerwünschte gesundheitliche Effekte haben, wie die Bewertung der vorhandenen wissenschaftlichen Daten gezeigt habe. 

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. In den vergangenen Jahren hat das Produktspektrum in Drogerien und im Internet deutlich zugenommen. Die Produkte sollen das Einschlafen erleichtern. Bei einem Teil der erhältlichen Mittel, die als Spray, Kapseln, Tropfen, Pulver oder Weichgummis angeboten werden, übersteige die empfohlene Tagesdosis an Melatonin die übliche Dosierung zugelassener melatoninhaltiger Arzneimittel, so das BfR. 

Tagesmüdigkeit, verlängerte Reaktionszeiten

Melatonin ist laut dem Bundesinstitut unter anderem zur zeitlich begrenzten Behandlung von Schlafstörungen bei Menschen ab 55 Jahren sowie bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen oder der seltenen Erbkrankheit Smith-Magenis-Syndrom zugelassen. Im Gegensatz zu Arzneimitteln unterliegen Nahrungsergänzungsmittel keiner Zulassungspflicht. 

Unerwünschte Folgen einer Melatonineinnahme können demnach ausgeprägte Tagesmüdigkeit, verringerte Aufmerksamkeit oder verlängerte Reaktionszeiten sein, was ein Unfallrisiko darstellen könne. «Andere mögliche unerwünschte Effekte im Zusammenhang mit der Einnahme von Melatonin umfassen unter anderem Kopfschmerzen, Blutdruckabfall, Reduktion der Körpertemperatur, Albträume, Kraftlosigkeit und Gangunsicherheit.» 

Auch beeinflusse Melatonin den Blutzuckerspiegel. Daraus ergebe sich die Frage, ob eine langfristige Einnahme das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen könne. Das BfR weist jedoch auch darauf hin, dass gesundheitliche Risiken insbesondere der Langzeitanwendung bisher nur unzureichend untersucht seien. 

 


Bildnachweis: © Malte Christians/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Aus aller Welt

Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.

weiterlesen...
1.500 Euro für den Kinderschutzbund Erkelenz – Spende ermöglicht Ausflug für geflüchtete Kinder
Aus den Vereinen

1.500 Euro für den Kinderschutzbund Erkelenz – Spende ermöglicht Ausflug für geflüchtete Kinder

weiterlesen...

Neueste Artikel

Katamaran prallt gegen Hafenmauer - mehrere Verletzte
Aus aller Welt

Kurz vor seinem Ziel stößt ein Schiff in Konstanz gegen eine Hafenmauer. An Bord gibt es Verletzte. Was das für den Schiffsverkehr auf dem Bodensee bedeutet.

weiterlesen...
Toter Buckelwal aus dem Wasser gehievt
Aus aller Welt

Eine Obduktion soll Hinweise auf die Todesursache bringen. Sie findet auf einer kleinen Insel vor Stralsund statt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Katamaran prallt gegen Hafenmauer - mehrere Verletzte
Aus aller Welt

Kurz vor seinem Ziel stößt ein Schiff in Konstanz gegen eine Hafenmauer. An Bord gibt es Verletzte. Was das für den Schiffsverkehr auf dem Bodensee bedeutet.

weiterlesen...
Toter Buckelwal aus dem Wasser gehievt
Aus aller Welt

Eine Obduktion soll Hinweise auf die Todesursache bringen. Sie findet auf einer kleinen Insel vor Stralsund statt.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner