Es ist einsam geworden um den gefallenen Ex-Prinzen Andrew. An eine Feier mit Prunk und Protz zu seinem 66. Geburtstag an diesem Donnerstag (19. Februar) im idyllischen Sandringham ist nicht zu denken. Der jüngere Bruder von König Charles III. ist tief in den Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verwickelt - die Königsfamilie hat sich abgewandt, die britische Bevölkerung will nichts mit ihm zu tun haben. Der 2019 in Haft gestorbene US-Finanzier Jeffrey Epstein betrieb über Jahre einen Missbrauchsring, dem eine bis heute unbekannte Zahl von Frauen und Mädchen zum Opfer fielen. Er unterhielt enge Kontakte zur High Society - und war mit Andrew jahrelang befreundet. In dem jüngst veröffentlichten Datensatz der Epstein-Akten waren zahlreiche neue Details ans Licht gekommen. Andrew wies die Vorwürfe gegen ihn immer zurück. Epstein soll Andrew etwa ein Dinner mit einer Frau in London vermittelt haben - kurz nachdem der US-Amerikaner seine Strafe wegen Anstiftung zur Prostitution Minderjähriger abgesessen hatte. Andere Daten legen nahe, dass Andrew vertrauliche Dokumente an Epstein weitergeleitet haben könnte - die Polizei prüft dies. Seine Titel und Ehren hat Andrew bereits verloren. Schon seit Längerem gilt er als eine Art Persona non grata, als jemand, mit dem niemand etwas zu tun haben möchte. Erst vor wenigen Tagen musste er seine Umzugskartons packen und aus der Royal Lodge in Windsor ausziehen - verfügt hatte das sein älterer Bruder, König Charles III. In seine neue Bleibe in Sandringham in der englischen Grafschaft Norfolk ist er als Andrew Mountbatten-Windsor eingezogen. Medienberichten zufolge lebt Andrew dort auf einem abgelegenen Anwesen in der Nähe des Dorfes Wolferton. Groß scheint die Freude über den neuen Nachbarn dort allerdings nicht zu sein. Die britische Boulevardzeitung «The Mirror» titelt etwa: «Andrews neue Nachbarn bitten darum, den ehemaligen Prinzen ins Exil zu schicken.» «Die Presse ist hier überall. Das gefällt den Dorfbewohnern nicht», sagt eine Frau der Nachrichtenagentur PA zufolge. Eine andere Anwohnerin brachte ihren Unmut den Angaben nach noch deutlicher zum Ausdruck: «Sie laden ihren königlichen Müll bei uns ab.» Andere Dorfbewohner wollten sich demnach nicht äußern, da sie für das königliche Anwesen arbeiten. Wenig zu feiern und ein Problem in puncto Popularität hat in diesen Tagen jedoch nicht nur Andrew selbst. Inmitten der Königsfamilie dürfte es derzeit nur wenige geben, die die Korken knallen lassen. Auch auf ihren Schultern lasten die Anschuldigungen, die zuletzt bekannt wurden, schwer. Eines der Epstein-Opfer, Virginia Giuffre, warf Andrew vor, sie mehrmals missbraucht zu haben, unter anderem als Minderjährige. Auch diese Vorwürfe wies Andrew stets zurück, eine Zivilklage der mittlerweile gestorbenen Giuffre endete in einem Vergleich. Was wusste die Familie über Andrews mutmaßliche Machenschaften, allen voran sein Bruder König Charles III. (77)? Es ist die eine Frage, die den edlen Anstrich der Royals dieser Tage verblassen lässt und dem König aktuell auch bei öffentlichen Auftritten entgegengerufen wird. Vermutlich auch deswegen griff Charles zuletzt erneut durch und erklärte öffentlich, die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen Andrew unterstützen zu wollen - ein ungewöhnlicher Akt für die sonst unter so vielen ungeschriebenen Gesetzen handelnden Royals. Aus Sicht des Autors und Royal-Schrecks Andrew Lownie war dieser Schritt längst überfällig. Die königliche Familie stehe derzeit «an einem Scheideweg», sagt Lownie. Wie sie mit dem Skandal um Andrew umgehe, habe auch Bedeutung für die Zukunft der britischen Monarchie. «Sie müssen den Stall ausmisten, bevor William das Amt übernimmt, denn er will dieses Problem nicht erben», ist sich der Experte sicher, der damit auf den Thronfolger Prinz William verweist. Ansonsten drohe die Monarchie unter Charles in die Bedeutungslosigkeit zu rutschen, warnt Lownie. «Er kann entweder als jemand angesehen werden, der die Monarchie geprägt hat, oder als jemand, der im Grunde genommen zugelassen hat, dass sie irrelevant geworden ist.»«Sie laden ihren königlichen Müll bei uns ab»
Was wusste Charles?
Bildnachweis: © Toby Melville/Pool Reuters/dpa
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Der einsame Andrew – Ein Geburtstag im Epstein-Skandal
Der frühere Prinz Andrew ist in Großbritannien isoliert. Der Epstein-Skandal setzt der Königsfamilie schwer zu. Wie tief kann der Bruder von König Charles III. noch fallen?
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