25. Januar 2024 / Aus aller Welt

Deutschlands Bevölkerung wächst - Zuwanderung nimmt ab

Erneut starben in Deutschland im vergangenen Jahr mehr Menschen als geboren wurden. Auch die hohe Zuwanderung nach Deutschland lässt nach. Dennoch wächst die Bevölkerung.

Die Bevölkerung in Deutschland ist gewachsen. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 25. Januar 2024 um 17:18 Uhr von Lukas Fortkord, dpa

Trotz geringerer Zuwanderung nach Deutschland wächst die Bevölkerung einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes zufolge an. In der Summe lebten zum Jahreswechsel mindestens 84,7 Millionen Menschen hierzulande, wie die Wiesbadener Behörde mitteilte.

Die sogenannte Nettozuwanderung - der Saldo aus Zu- und Fortzügen - war laut Destatis auch im Jahr 2023 die alleinige Ursache des Bevölkerungswachstums. «Wie in allen Jahren seit der deutschen Vereinigung fiel die Bilanz der Geburten und Sterbefälle auch 2023 negativ aus, da erneut mehr Menschen starben als geboren wurden», erklärten die Fachleute.

Schätzungsweise seien 680.000 bis 710.000 Menschen mehr nach Deutschland gekommen, als ins Ausland fortgezogen seien. Im Vergleich zu den Jahren mit besonders starker Zuwanderung von Geflüchteten 2015 (netto 1,14 Millionen) und 2022 (1,46 Millionen) war die Zuwanderung 2023 damit deutlich geringer.

Im langfristigen Kontext war sie laut Destatis allerdings auf hohem Niveau und vergleichbar nur mit den Jahren 1991 (603.000) und 1992 (782.000), «als viele Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion sowie Kriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland kamen.»

Zugleich seien auch die Geburtenzahl und die Zahl der Sterbefälle zurückgegangen. Ausgehend von den bereits vorliegenden Meldungen der Standesämter sank die Zahl der Geburten vom Jahr 2022 auf 2023 um etwa sieben Prozent, sodass «mit 680.000 bis 700.000 Geborenen zu rechnen» sei, wie es vom Statistischen Bundesamt weiter hieß (2022: 738.819). Die Zahl der Gestorbenen sei um rund vier Prozent auf etwa 1,02 Millionen gesunken (2022: 1,07 Millionen).

Geburtendefizit von mindestens 320.000

Aus der Schätzung der Geburten- und Sterbefälle ergibt sich ein Geburtendefizit (Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen) von mindestens 320.000. Dies entspricht etwa dem Niveau des Vorjahres (328.000) und ist deutlich höher als im gesamten Zeitraum von 1991 bis 2021.

«Wie 2022 war auch 2023 die Zuwanderung im langfristigen Vergleich sehr hoch. Die Zugewinne bei der Bevölkerungszahl erklären sich durch die überdurchschnittliche Zuwanderung», kommentierte Sebastian Klüsener vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) auf dpa-Anfrage die Entwicklung.

Auch der Alterungsprozess setze sich fort: Babyboomer - also Angehörige geburtenstarker Jahrgänge - erreichen das Rentenalter. «Damit kommen in den nächsten 10 bis 15 Jahren Herausforderungen auf die Sozialversicherungssysteme, den Arbeitsmarkt und uns alle zu.» Die Geburtenrate wirkt sich laut Klüsener dämpfend auf die Bevölkerungsentwicklung aus. In Deutschland würden die Geburtenraten allerdings aktuell weniger stark sinken, als das in vielen anderen westeuropäischen Ländern der Fall sei.


Bildnachweis: © Marijan Murat/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Picknick & Poesie: Open-Air-Lesung im Ziegelweiherpark Erkelenz
News aus Erkelenz

Am 13. August lädt die 54. Erkelenzer Leseburg um 19 Uhr zur Open-Air-Lesung mit Picknick im Ziegelweiherpark ein.

weiterlesen...
ELECTRISIZE 2026: Das Foto-Voting ist gestartet – jetzt für euren Favoriten abstimmen!
Aus dem Erkelenzer Land

Das ELECTRISIZE 2026 liegt hinter uns – doch die besonderen Momente des Festivals bleiben!

weiterlesen...
Größter Waldbrand in NRW – Evakuierung in der Eifel
Aus aller Welt

Flammen, Rauch und Weltkriegsmunition: Eine Feuerwalze im Hürtgenwald rückt an die Eifel-Gemeinde Gey heran. Der wohl größte Waldbrand in NRW fordert Feuerwehr und Anwohner bis an ihre Grenzen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Zug in Frankreich entgleist - über 40 Verletzte
Aus aller Welt

Ein Teil eines Zugs mit rund 180 Passagieren ist in Nordfrankreich nach einer Kollision entgleist. Mehr als 40 Menschen wurden nach vorläufigen Angaben verletzt, darunter eine Frau schwer.

weiterlesen...
Zwölf Tote bei Autounfall in Russland
Aus aller Welt

Auf einer Fernstraße im Nordwesten Russlands stoßen drei Fahrzeuge zusammen. Für viele Menschen endet der Unfall tödlich.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Zug in Frankreich entgleist - über 40 Verletzte
Aus aller Welt

Ein Teil eines Zugs mit rund 180 Passagieren ist in Nordfrankreich nach einer Kollision entgleist. Mehr als 40 Menschen wurden nach vorläufigen Angaben verletzt, darunter eine Frau schwer.

weiterlesen...
Zwölf Tote bei Autounfall in Russland
Aus aller Welt

Auf einer Fernstraße im Nordwesten Russlands stoßen drei Fahrzeuge zusammen. Für viele Menschen endet der Unfall tödlich.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner