Im Leipziger Büro von Svante Pääbo sind die Spuren der Nobelpreis-Party noch immer sichtbar: Die Fensterbank voller Luftballons, bunte Luftschlangen liegen zwischen den Blättern einer Pflanze, über seinem Schreibtisch im Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie hängt eine bunte Wimpelkette. Über acht Wochen ist es her, dass der 67-jährige Schwede am Frühstückstisch erfuhr, dass er für die Sequenzierung des Neandertaler-Genoms in diesem Jahr mit dem Medizin-Nobelpreis geehrt wird. Nun wird Pääbo am Samstag (10. Dezember) die Auszeichnung persönlich in Empfang nehmen - passenderweise in seiner schwedischen Heimat und aus den Händen des schwedischen Königs Carl XVI. Gustaf. Bei einer feierlichen Zeremonie in Stockholm werden Pääbo und der Großteil der weiteren diesjährigen Preisträgerinnen und -träger ihre renommierten Nobelmedaillen bekommen. Einzig die Friedensnobelpreisträger werden am selben Tag traditionell in Oslo geehrt. Pääbo ist der einzige der diesjährigen Preisträger, der in Deutschland arbeitet. Im Zentrum dieser Arbeit stehen Spuren aus weit zurückliegender Vergangenheit, insbesondere jene ausgestorbener Menschenformen. Noch als Doktorand wies er nach, dass das Erbmolekül DNA in altägyptischen Mumien überdauern kann. Heute gilt er als Begründer der Disziplin Paläogenetik. Während sich früher alles um den Neandertaler drehte, sei heute der moderne Mensch Mittelpunkt seines Wissenshungers, sagt Pääbo im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Er wolle wissen, was sich auf der menschlichen Linie innerhalb von einer halben Million Jahre verändert habe und was uns Menschen so einzigartig macht. In seiner Familie ist Pääbo bereits der zweite Träger des Nobelpreises, der nach dem schwedischen Dynamit-Erfinder und Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896) benannt ist: Vor 40 Jahren sprach das zuständige Nobelkomitee seinem Vater, dem Biochemiker Sune Bergström, den Preis zu. Seine Rede für die Preisverleihung in Stockholm schreibe er erst wenige Tage davor, erzählt Pääbo. Ein wenig aufgeregt vor der Verleihung sei er - klar - aber nur vor bestimmten Teilen: Er müsse «beim Bankett drei Minuten irgendwas sagen. Und dann gibt es eine Fernsehsendung, bei der die Preisträgerinnen und Preisträger auf einem Sofa sitzen und diskutieren. Das macht mich am meisten nervös, weil ich nicht weiß, was dort besprochen wird.» Nach Stockholm fahre er gemeinsam mit seiner Frau, ebenfalls Wissenschaftlerin, und den zwei Kindern. Nachdem Papa den Nobelpreis entgegengenommen hat, fahre die Familie in ihr Ferienhaus im Süden Schwedens, erzählt Pääbo. Und dann, so der Forscher, hoffe er, dass sich alles wieder ein bisschen um ihn herum beruhige. Denn schon im Oktober machte er deutlich: Er wolle einfach weitermachen wie zuvor - und gerne so wenig wie möglich bei seiner Arbeit gestört werden. Begründer der Paläogenetik
Wie der Vater so der Sohn
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Die Nobelpreise werden überreicht
Am Samstag werden die Nobelpreise verliehen. Der in Leipzig arbeitende Preisträger in der Kategorie Medizin ist aufgeregt. Und macht danach erstmal Urlaub.
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