3. April 2024 / Aus aller Welt

Die USA wollen eine Mondzeit einführen

Auf dem Mond ticken die Uhren schneller als auf der Erde. Das war bislang kein großes Problem, doch der Verkehr auf und um den Mond soll künftig zunehmen. Die USA wollen daher eine einheitliche Mondzeit festlegen.

Die USA wollen eine Mondzeit einführen.
Veröffentlicht am 3. April 2024 um 13:06 Uhr von dpa

Die US-Regierung hat die Raumfahrtbehörde Nasa angewiesen, eine einheitliche Zeit für den Mond und andere Himmelskörper zu erarbeiten. Die Nasa solle bis Ende 2026 eine Strategie für die Einführung einer sogenannten Mondzeit (LTC; Coordinated Lunar Time) vorlegen, teilte das Wissenschaftsbüro des Weißen Hauses mit.

Die Zeit scheine in verschiedenen Teilen des Weltraums unterschiedlich schnell zu vergehen, abhängig etwa von der Schwerkraft und der eigenen relativen Geschwindigkeit, hieß es unter Verweis auf die Relativitätstheorie. Für einen Beobachter auf dem Mond scheine eine erdbasierte Uhr pro Erdtag im Schnitt 58,7 Mikrosekunden - also 58,7 Millionstel einer Sekunde - langsamer zu gehen. Diese winzige Verschiebung kann wichtig sein etwa für Ortsbestimmungen und Kommunikation.

Bislang haben sich Mondmissionen an der koordinierten Weltzeit UTC (Coordinated Universal Time) orientiert, sich aber untereinander nicht synchronisiert. Bei der bisher überschaubaren Anzahl solcher Projekte war das kein größeres Problem. Allerdings planen die Nasa, Regierungen anderer Staaten sowie Privatunternehmen, in den kommenden Jahren erstmals seit 1972 wieder Menschen auf den Mond zu schicken und dort auch eine dauerhafte menschliche Präsenz einzurichten. Eine einheitliche Definition der Zeit sei «grundlegend» für einen sicheren Betrieb etwa von Raumschiffen und Satelliten auf dem und um den Mond.

Die Weltzeit UTC basiert nach Angaben des Wissenschaftsbüros auf der Zeitmessung mehrerer Atomuhren auf der Erde. Analog dazu könne auch die Mondzeit mit Atomuhren auf dem Erdtrabanten festgelegt werden. Die Nasa sei angewiesen, sich bei der Ausarbeitung der Mondzeit mit verschiedenen US-Ministerien sowie mit internationalen Partnern abzustimmen, hieß es. 


Bildnachweis: © Jens Büttner/dpa
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