26. Dezember 2025 / Aus aller Welt

Eisbach-Surfer brechen Versuch zur Wellenrettung ab

Seit Monaten ist die berühmte Münchner Eisbachwelle verschwunden. Die Surfer kämpften für ihre Rückkehr - und zeigen sich jetzt entnervt und frustriert.

Ein Weihnachtswunder? Auf dem Eisbach wird wieder gesurft.
Veröffentlicht am 26. Dezember 2025 um 15:16 Uhr von dpa

Die Münchner Eisbach-Surfer brechen den offiziellen Versuch zur Rettung der Welle aus Frust über die Auflagen der Stadt ab. «Die Verwaltung will das Surfen am Eisbach nicht regulieren, sondern verhindern», heißt es in einer Mitteilung des Vereins Surf Club München. Darin wird eine behördliche Auflagenpraxis kritisiert, «die faktisch auf Verhinderung angelegt ist». 

Die Interessengemeinschaft Surfen München (IGSM) schrieb auf Instagram: «Nachdem wir Anfangs noch die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung betont haben, hat sich das Blatt mittlerweile gewendet.» Weiter heißt es dort: «Die gestellten Forderungen für die Genehmigung werden immer abstruser und sind nicht mehr zu erfüllen.» Eine Stellungnahme der Stadt dazu gab es zunächst nicht. 

Die Surfer sprechen von «administrativer Blockade» und unerfüllbaren Auflagen: «Ein zeitlich begrenzter, wissenschaftlich begleiteter Versuch wird mit Anforderungen überzogen, die selbst für dauerhafte Großinfrastrukturprojekte ungewöhnlich wären.» Die Antragsteller des Versuchs brechen das Verfahren deshalb ab, wie es in der Mitteilung heißt.

Sie kritisieren: «Sicherheit wird von den Behörden nicht als gestaltbare Aufgabe verstanden, sondern als pauschales Totschlagargument, um jede Form von regulierter Nutzung auszuschließen.»

Welle seit Oktober verschwunden

Im Oktober war nach Angaben des städtischen Baureferats unter anderem das Bachbett von Unrat und Sedimenten befreit worden. Seitdem ist die Welle verschwunden, sie baute sich nicht mehr wie gewohnt auf. Warum das so ist, ist nicht ganz klar.

Seither wird diskutiert, wie die berühmte Surfwelle am Eisbach im Englischen Garten in München wiederbelebt werden kann. Unbekannten war das gerade erst wieder gelungen.

An Weihnachten wurde auf der Welle gesurft, nachdem Unbekannte dort eine Vorrichtung eingebaut und ein Plakat aufgehängt hatten mit der Aufschrift «Just watch - Merry X-Mas» Es ist nicht das erste Mal, dass die Welle in einer Nacht-und-Nebel-Aktion wiederbelebt wird. Dauerhaft waren die Konstruktionen aber bislang nicht.

Nach einem Vorversuch hatte ein Strömungsexperte den Einbau einer dreiteiligen Rampe empfohlen. Dann könne sich stromabwärts eine langsam rotierende Walze bilden, in der sich Kies ablagern kann. Der nötige Antrag für die dreiteilige Rampe wurde gestellt, der Hauptversuch sollte «so bald wie möglich starten». 

Debatte «wird jetzt politisch»

Die Surfer sehen aber in den aus ihrer Sicht nicht erfüllbaren Auflagen für den offiziellen Rettungsversuch der Welle Ausdruck eines politischen Willens: «Die Verwaltung entscheidet hier nicht über ein konkretes Projekt, sondern über die Frage, wie viel Stadtleben noch gewollt ist», schreiben sie. «Formal wird eine Genehmigung nicht ausgeschlossen. Faktisch wird sie unmöglich gemacht.»

Das sei «politisch bequem, aber demokratisch problematisch», kritisieren die Surfer in ihrer Mitteilung und betonen: «Die Debatte ist damit nicht beendet. Sie wird jetzt politisch.»


Bildnachweis: © Peter Kneffel/dpa
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