7. August 2025 / Aus aller Welt

Emoji gesucht: Welches Bild steht für die Vulva?

Der Penis hat die Aubergine, der Po den Pfirsich - und die Vulva? Die weibliche Lust kommt als sinnbildliches Emoji im Chat aus Sicht der Erotikmesse Venus viel zu kurz. Das will sie ändern.

Im Chat werden die Aubergine oder der Pfirsich gelegentlich anzüglich verwendet. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 7. August 2025 um 04:00 Uhr von dpa

Die Erotikmesse Venus in Berlin ist auf der Suche nach einem passenden Emoji für die Vulva. «Während Männer seit Jahren mit dem Auberginen-Emoji ihre sexuellen Absichten verschicken, bleibt die weibliche Lust digital unsichtbar», findet die Fachmesse. 

Die kleinen Bildzeichen und Symbole sind im Internet- und Smartphone-Zeitalter zur Weltsprache geworden. Dabei setzen Nutzer sie im Chat gelegentlich anzüglich oder doppeldeutig ein. So wird beim Sexting, also dem Austausch von sexuellen Nachrichten, die Aubergine oft als Penis und der Pfirsich als Po interpretiert.

«Wir wollen kein Emoji, das man googeln muss, um es zu verstehen»

Für die Vulva hingegen fehlt aus Sicht der Erotikmesse noch ein vergleichbares sinnbildliches Emoji. Zwar werden schon einige Symbole - etwa die Auster oder der Honigtopf - als Emoji zweckentfremdet.

Doch ein Sprecher betonte auf Anfrage dazu: «Es gibt kein klares, allgemein anerkanntes Emoji für weibliche Lust. Während die Aubergine längst weltweit als Synonym für den Penis funktioniert, fehlt der Vulva ein vergleichbares Symbol mit echter Sichtbarkeit und Akzeptanz.»

Ein Emoji lebe von seiner sozialen Durchdringung – die sei bei der Aubergine enorm. «Bei weiblichen Symbolen herrscht dagegen ein lustvoller Notstand. Wir finden: Es ist Zeit, das zu ändern. Die Auster ist schön, aber wir wollen kein Emoji, das man googeln muss, um es zu verstehen.» 

So könnte das Vulva-Emoji aussehen

Die Veranstalter haben auch eine Emoji-Idee: eine stilisierte Fruchthälfte, die etwas an eine aufgeschnittene Grapefruit erinnert. Sie rufen Menschen dazu auf, den Vorschlag vor dem Start der Messe Ende September zu teilen. Ob er beim Unicode-Konsortium, das den internationalen Standard für Zeichencodierung setzt, eingereicht werde, prüft die Messe laut eigenen Angaben. 

«Denn das Verfahren ist komplex, dauert meist über ein Jahr – und erfordert detaillierte technische Unterlagen. Aktuell beobachten wir vor allem die öffentliche Reaktion: Wenn der Zuspruch groß ist, gehen wir den nächsten Schritt ganz offiziell».


Bildnachweis: © Britta Pedersen/dpa
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