Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen sind zwei Autokennzeichen aufgetaucht, die womöglich zu einem der Fluchtfahrzeuge gehören. Ein Zeuge habe die beiden Nummernschilder am Sonntagmittag am Dortmunder Hauptbahnhof gefunden, teilte die Polizei mit. Die aufgedruckte Kennung passt nach dpa-Informationen zu dem gefälschten Kennzeichen, mit dem ein hochmotorisierter Audi vom Tatort weggefahren war. Der 27-jährige Zeuge sei am Sonntag mit den gefundenen Kennzeichen in der Hand zur Wache der Bundespolizei im Dortmunder Hauptbahnhof gekommen, teilte die Polizei mit. Nach eigenen Angaben hätten die Schilder einfach auf dem Boden vor dem Bahnhof gelegen. Allerdings ist bislang unklar, ob es tatsächlich die echten Schilder sind, die an dem Fluchtfahrzeug befestigt waren. Denn die Kennzeichen waren auf Fahndungsfotos zu sehen, die Polizei und Staatsanwaltschaft veröffentlicht hatten. Es könnte also auch jemand die Nummernschilder nachgemacht haben. Dies sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte ein Polizeisprecher. Unklar ist weiterhin auch, wie viel Beute die Täter gemacht haben. Die Schätzungen gehen aber immer weiter in die Höhe: Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen halten die Ermittler inzwischen eine Beute von mehr als 100 Millionen Euro für möglich. Demnach hätten einzelne Kunden angezeigt, dass sie jeweils mehr als 500.000 Euro in ihren Schließfächern gehabt hätten. Laut «Bild» kommt die Herkunft der Gelder den Ermittlern teilweise komisch vor. Es könne sich um Schwarzgeld oder auch Gelder von Clans handeln. Offiziell sei von den Betroffenen vielfach von «Hochzeitsgeldern» die Rede, erfuhr die dpa. Die Beute wurde zunächst grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben. Später sagte ein Polizeisprecher: «Wir gehen von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus.» Die Täter hatten bei ihrem spektakulären Coup ein großes Loch in eine Wand gebohrt und waren so in den Tresorraum der Bank gelangt. Fast alle 3.250 Kundenschließfächer der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer wurden aufgebrochen. Die Tat könnte sich über mehrere Tage hingezogen haben. Einsatzkräfte hatten den Einbruch am 29. Dezember nach einem Alarm der Brandmeldeanlage entdeckt. Am Wochenende hatte die Polizei Fotos der maskierten Tatverdächtigen veröffentlicht. Es handelt sich um Aufnahmen aus Überwachungskameras. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden sie am 29. Dezember in dem angrenzenden Parkhaus aufgenommen, von dem aus sich die Einbrecher Zutritt zu der Bank verschafft hatten. Auf den Fotos sind drei Personen mit schwarzen Sturmhauben zu sehen. Eine trägt rote, eine andere Person grüne Handschuhe. Außerdem wurden Bilder eines schwarzen Audi RS 6 sowie eines weißen Kleintransporters Mercedes-Citan veröffentlicht. Die Ermittler vermuten, dass die Täter die Autos zur Flucht nutzten. Wann die Sparkassen-Filiale wieder für Kunden offen kann, ist noch unklar. Das Loch zum Tresorraum sei zwar inzwischen von Spezialisten verschlossen worden. Die Beseitigung der Schäden könne aber noch dauern, sagte eine Sprecherin. Neben dem spektakulären Einbruch in Gelsenkirchen waren in den vergangenen Tagen auch Bankschließfächer in Bonn und in Halle bei Bielefeld aufgebrochen worden. Betrüger versuchen inzwischen gezielt, die dadurch entstandene Unsicherheit vieler Menschen auszunutzen. Telefonbetrüger argumentierten gezielt, dass Wertsachen nirgendwo mehr sicher seien - es sei denn, man gebe sie den vermeintlichen Polizisten zur Verwahrung mit. Bei solchen Anrufen solle ein einfach sofort auflegen, mahnt die Polizei.Mehr als 100 Millionen Euro Beute?
Täter brachen Tausende Schließfächer auf
Filiale bleibt weiter geschlossen
Bildnachweis: © Oliver Berg/dpa
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Ermittler finden Autokennzeichen nach Bankeinbruch
Ist es eine gute oder eine falsche Spur? Nach dem millionenschweren Einbruch in die Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen hat die Polizei Autokennzeichen sichergestellt.
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