7. Februar 2025 / Aus aller Welt

Erste Störche sitzen auf ihren Nestern

Der Frühling lässt noch auf sich warten. Doch in vielen Regionen lassen sich schon die Störche blicken. Wie kommt das?

Viele Störche ziehen im Winter nur noch bis Spanien oder Südfrankreich und sind bei günstiger Wetterlage schnell zurück in den Brutgebieten.
Veröffentlicht am 7. Februar 2025 um 05:01 Uhr von dpa

Bis zum Beginn der Brutsaison dauert es noch etwas, doch die ersten Störche lassen sich schon auf ihren Nestern beobachten. Sie seien zum Teil frühzeitig aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt, sagte Oda Wieding vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) im bayerischen Hilpoltstein. Andere hätten gleich hier überwintert. 

«Dieses Phänomen der frühen Rückkehr der Störche ist im Westen Deutschlands mittlerweile normal», sagte der Storchenexperte Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) in Bergenhusen. Seit Ende Januar trudelten die ersten Vögel in Schleswig-Holstein ein. In Bayern haben Ehrenamtliche nach Angaben von Wieding in den vergangenen Tagen Störche in verschiedenen Regionen gesichtet. 

Stippvisite im Süden

Wo diese frühen Rückkehrer überwintert hätten, sei unbekannt, sagte Wieding. Es gebe aber Störche, die mit Satellitensendern ausgestattet seien. Daher wisse man, dass viele nicht mehr bis Afrika ziehen, sondern in Spanien und Südfrankreich blieben. Diese Vögel seien bei günstiger Wetterlage innerhalb weniger Tage zurück im Brutgebiet. 

Etwa 300 Weißstörche überwintern laut Wieding inzwischen allein in Bayern. Seit der Jahrtausendwende blieben die schwarz-weißen Vögel mit dem roten Schnabel zunehmend den Winter über in Bayern oder kehrten früher aus dem Süden zurück, sagte die Biologin. Zum Teil passiere das schon Ende Januar oder im Laufe des Februars statt wie einst im März und April. 

Winterstörche bitte melden

«Auch in anderen Teilen Deutschlands gibt es überwinternde Weißstörche», sagte Thomsen. Welche Gebiete sie bevorzugen, versuchen Nabu-Fachleute herauszufinden. Sie bitten deshalb, solche Winterstörche online oder per App zu melden. 

Kälte macht dem Weißstorch nach Nabu-Angaben nur wenig aus, in den Süden zieht ihn im Winter vor allem das bessere Futterangebot. Wenn die Winter hierzulande milder werden, findet der Storch auch hier genug zu fressen. Bekannt ist nach Angaben von Thomsen, dass in Hessen bei Büttelborn Störche in größerer Zahl überwintern.

Frost schadet den Eiern

Die Zahl hierzulande brütender Störche steigt seit Jahren kontinuierlich. Mehr als 12.000 Paare waren es Thomsen zufolge 2023. Die Zahlen des vergangenen Jahres lägen bisher nicht vor. Thomsen ist sich aber sicher: «Es dürften 2024 wieder mehr geworden sein.» Ein Grund für die Bestandszunahme ist den Fachleuten zufolge das veränderte Zugverhalten, weshalb weniger Tiere auf der gefährlichen Reise bis nach Afrika und zurück sterben. 

Obwohl schon einige Störche ihre Nester aus dem Vorjahr herrichten, wird es mit dem Nachwuchs noch etwas dauern. Die Brutsaison starte Anfang März, sagte Wieding. Die Vögel warteten instinktiv so lange ab, denn zu viel Frost schade den Eiern.


Bildnachweis: © Pia Bayer/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Picknick & Poesie: Open-Air-Lesung im Ziegelweiherpark Erkelenz
News aus Erkelenz

Am 13. August lädt die 54. Erkelenzer Leseburg um 19 Uhr zur Open-Air-Lesung mit Picknick im Ziegelweiherpark ein.

weiterlesen...
Größter Waldbrand in NRW – Evakuierung in der Eifel
Aus aller Welt

Flammen, Rauch und Weltkriegsmunition: Eine Feuerwalze im Hürtgenwald rückt an die Eifel-Gemeinde Gey heran. Der wohl größte Waldbrand in NRW fordert Feuerwehr und Anwohner bis an ihre Grenzen.

weiterlesen...
ELECTRISIZE 2026: Das Foto-Voting ist gestartet – jetzt für euren Favoriten abstimmen!
Aus dem Erkelenzer Land

Das ELECTRISIZE 2026 liegt hinter uns – doch die besonderen Momente des Festivals bleiben!

weiterlesen...

Neueste Artikel

Sprengstoffverdacht blockiert Rheinfelden-Grenze stundenlang
Aus aller Welt

Spürhunde schlagen bei einer Kontrolle an der Grenze auf Sprengstoff an. Spezialkräfte untersuchen das Fahrzeug, der Grenzübergang bleibt gesperrt.

weiterlesen...
Frau ertrinkt bei Unwetter auf Mallorca
Aus aller Welt

Heftiger Regen, Überschwemmungen und orkanartige Böen haben auf Mallorca für Chaos gesorgt. Das Unwetter hatte tödliche Folgen und brachte unter anderem den Flugverkehr durcheinander.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Sprengstoffverdacht blockiert Rheinfelden-Grenze stundenlang
Aus aller Welt

Spürhunde schlagen bei einer Kontrolle an der Grenze auf Sprengstoff an. Spezialkräfte untersuchen das Fahrzeug, der Grenzübergang bleibt gesperrt.

weiterlesen...
Frau ertrinkt bei Unwetter auf Mallorca
Aus aller Welt

Heftiger Regen, Überschwemmungen und orkanartige Böen haben auf Mallorca für Chaos gesorgt. Das Unwetter hatte tödliche Folgen und brachte unter anderem den Flugverkehr durcheinander.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner