Nach Einschätzung des Leiters des Greifswalder Fusionsexperiments Wendelstein 7-X führt der jüngste Durchbruch US-amerikanischer Kollegen nicht zu einer wesentlich schnelleren Entwicklung eines Kernfusionskraftwerks. Er gehe weiterhin davon aus, dass der Bau eines Kraftwerks in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts realistisch sei, sagte Thomas Klinger der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn man Vollgas gibt.» Mitte Dezember hatten Forschungsergebnisse aus den USA Aufsehen erregt. Laut dortiger Regierung hatten Wissenschaftler beim Verschmelzen von Atomkernen erstmals mehr Energie erzeugt als sie direkt hineingesteckt hatten. Aus Politik und Wissenschaft kamen im Anschluss teils optimistischere Prognosen als die von Klinger, was den Bau eine Kraftwerks angeht. Auch Klinger hatte von einem wissenschaftlichen Durchbruch gesprochen. Allerdings seien die technologischen Hürden weiterhin gigantisch, wenn auch ihre Bewältigung nicht unmöglich. Das gelte sowohl für die von den US-Kollegen angewandte Fusion mittels Lasern als auch für die Magnetfusion, an der in Greifswald gearbeitet wird. «Ich kann mir sehr gut eine Welt vorstellen, in der es das eine wie das andere gibt.» Wie schnell man über die technologischen Hürden komme, sei im Vorfeld schwer zu sagen. Bei der Kernfusion werden Atomkerne anders als in Reaktoren von herkömmlichen Atomkraftwerken verschmolzen statt gespalten. Theoretisch ließen sich damit sehr große Energiemengen erzeugen - und das wesentlich ungefährlicher als bei der Kernspaltung und klimaneutral. Kritiker monieren, dass die Kernfusion zu teuer sei, Prognosen zur möglichen Nutzung ständig nach hinten verschoben würden und die Technik für die Energiewende zu spät komme.Klinger: Technologische Hürden weiter gigantisch
Picture credit: © Stefan Sauer/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Experte: Fusionskraftwerk kommt nicht schneller
In den USA hatten Wissenschaftler beim Verschmelzen von Atomkernen erstmals mehr Energie erzeugt als sie direkt hineingesteckt hatten - ein Durchbruch. Ein Experte dämpft jedoch die Erwartungen.
Meistgelesene Artikel
- 8. September 2026
Das sind die Gewinner unseres ELECTRISIZE-Fotogewinnspiels
Zwei Wochen lang habt ihr fleißig abgestimmt – jetzt stehen die Gewinner fest
- 8. September 2026
Burgkirmes in Erkelenz: Vom 11. bis 14. September
Erleben Sie über 70 Attraktionen auf der Burgkirmes Erkelenz. Besonderheiten: Feuerwerk am 11. September und Familientag am 14. September.
- 16. September 2026
Interkulturelle Woche 2026: Vielfältiges Programm im Kreis Heinsberg
Vom 19.09. bis 03.10. bietet die Interkulturelle Woche im Kreis Heinsberg Festivals und Events für Vielfalt und Toleranz.
Neueste Artikel
- 6. Oktober 2026
Physik-Nobelpreis an Geisterteilchen-Forscher aus den USA
In der Kälte der Antarktis fängt ein riesiger Eiswürfel Geisterteilchen ein. Zentrale Grundlagen dafür hat der diesjährige Nobelpreisträger für Physik geschaffen.
- 6. Oktober 2026
Germanwings-Prozess: Gericht weist Klage Hinterbliebener ab
Für die Angehörigen der Opfer geht es bei diesem Prozess um viel – nicht nur um Geld. Jahre nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine entscheidet ein Gericht über zusätzliches Schmerzensgeld.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 6. Oktober 2026
Physik-Nobelpreis an Geisterteilchen-Forscher aus den USA
In der Kälte der Antarktis fängt ein riesiger Eiswürfel Geisterteilchen ein. Zentrale Grundlagen dafür hat der diesjährige Nobelpreisträger für Physik geschaffen.
- 6. Oktober 2026
Germanwings-Prozess: Gericht weist Klage Hinterbliebener ab
Für die Angehörigen der Opfer geht es bei diesem Prozess um viel – nicht nur um Geld. Jahre nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine entscheidet ein Gericht über zusätzliches Schmerzensgeld.






















