9. Juli 2023 / Aus aller Welt

Fahrer erfasst bei Flucht Menschen an Haltestelle

Er hatte keinen Führerschein und getrunken. Als die Polizei ihn stoppen will, gibt der Autofahrer Gas. Es kommt zu einem Unfall an einer Tram-Haltestelle. Ein Mann stirbt, mehrere Menschen werden verletzt.

Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei stehen neben einem zerstörtem Wagen an der Unfallstelle in München.
Veröffentlicht am 9. Juli 2023 um 15:48 Uhr von dpa

Bei der Flucht vor der Polizei ist ein Autofahrer in München in eine Straßenbahnhaltestelle gefahren und hat dadurch einen 18 Jahre alten Fußgänger tödlich verletzt. Zwei weitere Menschen wurden am frühen Sonntagmorgen an der Haltestelle verletzt, wie das Münchner Polizeipräsidium berichtete.

Zuvor hatte der aus Sinsheim in Baden-Württemberg stammende 21-Jährige an einer Kreuzung eine rote Ampel missachtet und war deswegen mit einem Auto zusammengestoßen. In dem Wagen wurden die drei Insassen ebenfalls verletzt.

Eine zivile Streife der Polizei hatte in der Nacht einen Verkehrsverstoß des 21-Jährigen beobachtet. Die Beamten wollten den Mann dann um etwa 0.30 Uhr kontrollieren. Als eine Polizistin zu dem Wagen gehen wollte, beschleunigte der Fahrer laut Polizei seinen Kleinwagen stark und fuhr davon.

Daraufhin kam es an einer Kreuzung zu dem Zusammenstoß mit einem Elektrofahrzeug, in dem neben dem 64 Jahre alten Fahrer auch dessen 59 Jahre alte Ehefrau und die 23-jährige Tochter saßen. Alle drei wurden leicht verletzt. Nach dem Zusammenstoß schleuderte der Wagen des Verursachers in die Trambahnhaltestelle Leonrodplatz.

Feuerwehrmann spricht von einem «Bild der Verwüstung»

Dort erfasste er einen 18-Jährigen, der noch vor Ort starb. Ein weiterer 18 Jahre alter Mann erlitt schwere Beinverletzungen, ein 16 Jahre alter Jugendlicher wurde durch umherfliegende Trümmerteile leicht am Kopf verletzt.

Der 21-Jährige kam ebenfalls verletzt in ein Krankenhaus. Der Mann soll spätestens am Montag einem Haftrichter vorgeführt werden. Er hatte keinen Führerschein und soll auch alkoholisiert gewesen sein.

Gegen den Mann wird unter anderem wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens ermittelt. Auch eine halsbrecherische Flucht vor der Polizei kann unter diesen Paragrafen des Strafgesetzbuches fallen, im Falle eines tödlichen Ausgangs drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

«Am Unfallort bot sich den Einsatzkräften ein Bild der Verwüstung», berichtete die Münchner Berufsfeuerwehr über den Unfall. Neben den zwei Autos wurde auch das Wartehäuschen der Haltestelle völlig demoliert.


Bildnachweis: © -/Berufsfeuerwehr München/dpa
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