7. Juli 2023 / Aus aller Welt

Giraffen zurück im größten Nationalpark Angolas

Die Wiederansiedlung der Giraffen soll mehr Touristen in das Land locken. Aber auch das Ökosystem soll profitieren.

Die Giraffen wurden im Nationalpark ausgesetzt.
Veröffentlicht am 7. Juli 2023 um 14:58 Uhr von dpa

Im Iona-Nationalpark in Angola sind nach Angaben der Naturschutzorganisation Giraffe Conservation 14 Giraffen erfolgreich angesiedelt worden. Die Tiere seien im Nachbarland Namibia eingefangen und nach einem 36-stündigen Flug bereits am Mittwoch in dem gut 1300 Kilometer entfernten Nationalpark ausgesetzt worden, hieß es in einer Mitteilung.

Der Iona-Nationalpark ist das größte Schutzgebiet in Angola. Die Naturschützer hoffen, dass das ganze Ökosystem von der Umsiedlung der Giraffen profitiert. Diese würden unter anderem mit ihren selektiven Fressgewohnheiten dabei helfen, die Vegetation zu stärken, da sie eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Pflanzensamen spielen.

Wiederansiedlung als «Meilenstein»

Vor der Umsiedlung habe eine Machbarkeitsstudie der Namibia University of Science and Technology verschiedene Risikofaktoren bewertet. Dabei sei unter anderem die Eignung des Lebensraums, Risiken bei der Umsiedlung sowie die finanzielle Machbarkeit geprüft worden. Seit den 1980er-Jahren ist die Zahl der Giraffen in Afrika laut Giraffe Conservation um rund 30 Prozent zurückgegangen. In freier Wildbahn gibt es Schätzungen zufolge noch rund 117.000 Tiere.

Angolas Staatssekretär im Umweltministerium, Abias Huongo, bezeichnete die Wiederansiedlung als einen «Meilenstein» für den Artenschutz im Land. In dem südafrikanischen Land mit rund 37 Millionen Einwohnern hatte dieser unter dem Jahrzehnte dauernden Bürgerkrieg schwer gelitten. Die Gewalt endete erst 2002 nach über 27 Jahren.

Die Wiederansiedlung der Giraffen soll auch mehr Touristen in das Land locken. Angolas Tourismussektor entwickelte sich erst nach dem Ende des Bürgerkriegs. Angola steht deshalb noch im Schatten seiner südlichen Nachbarn Namibia und Südafrika.


Bildnachweis: © Casey Crafford/dpa
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