6. Februar 2025 / Aus aller Welt

Größere Tigerpopulation in Indien dank Schutzmaßnahmen

Weltweit haben sich die Tigerbestände trotz zunehmender Mensch-Tier-Konflikte in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Allein in Indien leben jetzt 75 Prozent der stark gefährdeten Großkatzen.

Ein Tiger bewegt sich außerhalb der indischen Stadt Bhopal.
Veröffentlicht am 6. Februar 2025 um 08:22 Uhr von dpa

Bessere Schutzbemühungen haben in Indien zu einer höheren Zahl der in freier Wildbahn lebenden Tiger geführt. Obwohl das Land eine hohe Bevölkerungsdichte und nur 18 Prozent des globalen Lebensraums für die stark gefährdete Großkatze aufweise, lebten dort nun etwa 75 Prozent der weltweiten Tigerpopulation, schreiben Forscher des indischen Tierwelt-Instituts, der nationalen Tigerschutzbehörde in Neu-Delhi und der dänischen Universität Aarhus im Fachjournal «Science». 

Laut einer alle vier Jahre unternommenen Bestandsaufnahme der indischen Behörden lebten 2022 schätzungsweise mehr als 3.680 Tiger im Land. Eine Zählung von 2006 hatte nur 1.411 ergeben.

Wohlstand und politische Stabilität 

Wichtig für den Erfolg sind der Studie zufolge wissenschaftliche Richtlinien, die von der Regierung unterstützt werden, sowie die Teilnahme der Bevölkerung. Im Gegensatz zur gängigen Erwartung, dass Menschen und große Raubtiere getrennt lebten, sei die Bevölkerungsdichte kein größeres Hindernis für die Verbreitung der Tiere, hieß es. In Indien hätten die Schaffung von mehr Schutzgebieten sowie die sogenannten Habitatkorridore geholfen, dass sich die Population erhöht habe.

«Es ist nicht die Bevölkerungsdichte, sondern es geht um die Haltung der Menschen», sagte Mitverfasser Yadvendradev Jhala vom Wildlife Institute of India. Steigender Wohlstand helfe zudem, dass sich die Bestände von Tigern und anderer Tiere in freier Wildbahn erhöhten. Auch könne politische Stabilität zu dieser Entwicklung beitragen. «Die Abwesenheit der Tiger und ihr Aussterben waren durch bewaffnete Konflikte, Armut und eine umfangreiche Landnutzung gekennzeichnet», heißt es in der Studie.

In Indien wurde 1973 das «Projekt Tiger» ins Leben gerufen, um unter anderem die öffentliche Unterstützung für den Erhalt repräsentativer Ökosysteme zu gewinnen. Seitdem stieg laut der nationalen Tigerschutzbehörde die Zahl der Schutzgebiete für Tiger im Land von 9 auf mehr als 50.


Bildnachweis: © Yashpal Rathore/Science/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

1.500 Euro für den Kinderschutzbund Erkelenz – Spende ermöglicht Ausflug für geflüchtete Kinder
Aus den Vereinen

1.500 Euro für den Kinderschutzbund Erkelenz – Spende ermöglicht Ausflug für geflüchtete Kinder

weiterlesen...
Ferien-Spaß mit Treffergarantie
Aus den Vereinen

Die Erkelenzer Schützenbruderschaft lädt in den Sommerferien alle Kinder und Jugendlichen zum kostenlosen Schnupperschießen ein.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Fall Jason Arday: Trauer nach Tod von Cambridge-Professor
Aus aller Welt

Vor drei Jahren wurde er als jüngster schwarzer Professor der Uni Cambridge gefeiert, nun ist Jason Arday tot. Vergangene Woche war er inmitten zahlreicher Vorwürfe zurückgetreten.

weiterlesen...
Mehrere Verletzte nach Schüssen an US-Universität
Aus aller Welt

Schüsse auf einem Uni-Campus in Virginia: Mehrere Menschen werden verletzt, der Campus abgeriegelt. Die Polizei sucht nach mehreren Verdächtigen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Fall Jason Arday: Trauer nach Tod von Cambridge-Professor
Aus aller Welt

Vor drei Jahren wurde er als jüngster schwarzer Professor der Uni Cambridge gefeiert, nun ist Jason Arday tot. Vergangene Woche war er inmitten zahlreicher Vorwürfe zurückgetreten.

weiterlesen...
Mehrere Verletzte nach Schüssen an US-Universität
Aus aller Welt

Schüsse auf einem Uni-Campus in Virginia: Mehrere Menschen werden verletzt, der Campus abgeriegelt. Die Polizei sucht nach mehreren Verdächtigen.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner