16. Januar 2026 / Aus aller Welt

Grünen-Experte für flexiblere Organisation von Blutspenden

Über Feiertage und bei Winterwetter werden Blutspenden manchmal knapp. Könnte digitale Technik helfen, die Versorgung verlässlicher abzusichern?

Derzeit werden die Blutkonserven knapp. Grünen-Politiker Janosch Dahmen fordert daher flexiblere Modelle für das Spenden - etwa mit Hilfe von Telemedizin.
Veröffentlicht am 16. Januar 2026 um 04:17 Uhr von dpa

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen fordert angesichts gerade teils knapper Vorräte eine flexiblere Organisation von Blutspenden in Deutschland. Die derzeitige Lage sei sehr ernst, sagte Dahmen der Deutschen Presse-Agentur. «Schnee und Glätte sowie eine anhaltende Erkältungs- und Infektwelle haben dazu geführt, dass viele Blutspendetermine abgesagt wurden oder deutlich schlechter besucht waren.» In einigen Regionen reichten die Vorräte bei einzelnen Blutgruppen nur noch für kurze Zeit.

Die Lage zeige, dass die Versorgungsstrukturen auch in Belastungsphasen resilienter werden müssten, sagte der Bundestagsabgeordnete und Arzt. Nach einer Gesetzesänderung seien Telemedizin-Verfahren möglich, so dass die Anwesenheit eines Arztes oder einer Ärztin vor Ort in Spendestellen nicht mehr in jedem Fall zwingend wäre - sie könnten auch digital zugeschaltet werden.

Mehr Verlässlichkeit möglich 

«Das könnte helfen, mehr Termine anzubieten, Ausfälle besser abzufedern und Spendeangebote flexibler zu machen – gerade dort, wo Personal knapp ist», sagte Dahmen. Es fehle aber eine Verordnung des Gesundheitsministeriums, um Telemedizin sicher, rechtssicher und flächendeckend einzusetzen. Deutschland benötige täglich mindestens 15.000 Blutspenden. «Blutprodukte sind nicht künstlich herstellbar und nur begrenzt haltbar», erläuterte der Grünen-Politiker. 

In der aktuellen Situation zähle gerade jede einzelne Spende, sagte Dahmen und appellierte: «Wer gesund ist und spenden kann, sollte jetzt einen Termin wahrnehmen – das ist konkrete Hilfe, die Leben rettet.» Der Bedarf in Krankenhäusern für Operationen, Notfälle, Krebstherapien und die Versorgung chronisch kranker Menschen sei hoch.


Bildnachweis: © Jens Kalaene/dpa
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