Der Gastronomieführer Guide Michelin hat ein neues Spitzenrestaurant im Stammland Frankreich mit einem dritten Stern ausgezeichnet. Doch die am Montag in Straßburg vorgestellte neue Ausgabe der Bibel der feinen Küche bringt nicht für alle gute Nachrichten. Spitzenkoch Guy Savoy wurde aus der Riege der Topköche verbannt. Statt der Höchstbewertung von drei Sternen bleiben seinem Restaurant «Guy Savoy» in Paris nun lediglich zwei prestigereiche Sterne. Auf die Beschreibung «Außergewöhnliche Küche, eine Reise wert» muss es fortan verzichten. «Die Nachricht ist noch zu frisch und Guy Savoy will sich im Moment nicht äußern», sagte eine Sprecherin des Stargastronomen der Deutschen Presse-Agentur. «Wir sind sehr enttäuscht und schockiert.» Das Team des Etablissements im Herzen von Paris habe zahlreiche Unterstützungsbekundungen erhalten. Im vergangenen Jahr schrieb der berühmte Restaurantführer über das «Guy Savoy» noch von einer «wie ein Fest gelebten Gastronomie, einer erneuerten Hommage an die französische Küche». Der Gastronomieguide «La Liste» zählt das «Guy Savoy» zu einem der drei besten Restaurants weltweit. Das gleiche Schicksal wie Savoy ereilte auch das nach seinem Starkoch benannte «Christopher Coutanceau» in La Rochelle, dem der Guide Michelin vergangenes Jahr noch eine «bewundernswerte» Küche nachsagte. Dass Kritikerinnen und Kritiker Savoy und Coutanceau von ihren Thronen gestoßen haben, hat in Frankreich für Aufregung gesorgt. Auch Alexandre Couillon, der am Montag mit seinem Restaurant «La Marine» auf der kleinen Atlantikinsel Île de Noirmoutier unweit von Nantes in die Topliga der Drei-Sterne-Restaurants aufstieg, sagte bei der Zeremonie: «Ich denke tief bewegt an Guy und Christopher.» Insgesamt stufte die Gastronomiebibel des Reifenherstellers Michelin in Frankreich in diesem Jahr fünf Restaurants herab, 20 verloren gar vollständig eine Sternebewertung. Berichten zufolge hatte es 2021 und 2022 keine Herabstufungen gegeben. In den Jahren davor hatte die vereinzelte Wegnahme des dritten Michelin-Sterns ebenfalls für Aufsehen gesorgt. Der Verantwortliche Gwendal Poullennec, dessen Tester vor Spitzenetablissements keinen Halt machen, sagte einmal der Zeitung «Le Monde», die Sterne gehörten nicht den Spitzenköchen. «Michelin-Sterne werden nicht vererbt, man muss sie sich verdienen.»Hochgelobt und dann vom Thron gestoßen
Bildnachweis: © -/Restaurant Guy Savoy/dpa
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Guide Michelin zeichnet Spitzenlokale aus
Jeder Michelin-Stern muss hart erarbeitet werden, vererben kann man da nichts. Sagen die Herausgeber der Gourmet-Bibel, deren Entscheidungen heiß diskutiert werden.
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