Wegen eines Bergbauschadens haben in der Nacht 83 Bewohner eines Mietshauses in Essen ihre Wohnungen verlassen. Unterhalb des Hauses sei ein Hohlraum entdeckt worden, die Standsicherheit des Gebäudes sei nicht mehr gewährleistet gewesen, sagte der Sprecher der Feuerwehr Essen, Nico Blum. Der Feuerwehreinsatz begann gegen 22.00 Uhr und endete gegen 3.00 Uhr. Unter dem mehrgeschossigen Gebäude im Stadtteil Freisenbruch liegt der Zugang zu einem mehr als 100 Jahre alten Belüftungsstollen aus der Bergbauzeit, wie eine Stadtsprecherin erklärte. Die Bergbaubehörde habe dort in der vergangenen Woche Sondierungsbohrungen vorgenommen. Dabei sei der Hohlraum aufgefallen. Experten der Bauaufsicht hätten daraufhin nach gründlicher Prüfung am Freitagabend die Räumung des Hauses angeordnet. Für die vielfach älteren Bewohner des Hauses sei das absolut unerfreulich gewesen, am späten Abend ohne Vorwarnung und womöglich für längere Zeit ihre Wohnung verlassen zu müssen, sagte die Sprecherin. Die Evakuierung sei insgesamt ruhig verlaufen, aber einige Bewohner hätten ihre Wohnungen zunächst nicht verlassen wollen. 33 Betroffene wurden laut Stadt in einem Hotel untergebracht, das auch für Geflüchtete genutzt wird. Einige pflegebedürftige Bewohner seien vorübergehend in Krankenhäuser gekommen. Die Mehrzahl sei privat bei Freunden und Verwandten untergekommen. Die Feuerwehr geht davon aus, dass die Menschen für Wochen nicht in ihre Wohnungen zurückkehren können. Im Ruhrgebiet durchziehen mehrere 1000 Kilometer Schächte und Stollen die Erde. Immer wieder kommt es dabei zu Tagesbrüchen. Das sind Bergschäden, die sich an der Erdoberfläche zeigen. In Erinnerung ist manchen etwa das Loch von Bochum-Wattenscheid. Im Jahr 2000 bildete sich damals in einem Wohngebiet ein 500 Quadratmeter großer Krater, zwei Garagen versanken damals darin. Der aktive Steinkohlenbergbau war in Deutschland 2018 nach über 200 Jahren zu Ende gegangen. Auch lange danach bekommt das einstige Betreiberunternehmen RAG weiterhin Tausende Meldungen über Bergschäden an Gebäuden als Folge des Kohleabbaus und der Hohlräume in großer Tiefe. Bergschäden werden von der RAG finanziell reguliert und von Fachunternehmen repariert. So wurde beispielsweise 2014 im Zuge der Regulierung ein abgesacktes und in Schieflage geratenes Grundschulgebäude hydraulisch um fast einen Meter angehoben. Ansprüche auf Ersatz des Bergschadens verjähren innerhalb von drei Jahren nach dem Bekanntwerden.Tagesbrüche keine Seltenheit
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Hohlraum unter Mietshaus in Essen: 83 Menschen müssen raus
Unter dem Fundament eines mehrgeschossigen Gebäudes in Essen ist in der Nähe eines alten Bergbaustollens ein Hohlraum entdeckt worden. 83 Bewohner müssen raus - und das mitten in der Nacht.
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