14. Juli 2025 / Aus aller Welt

In Australien gerettete Deutsche dankt aus dem Krankenhaus

Ihr Verschwinden hat Menschen in aller Welt in Atem gehalten: Wenige Tage, nachdem eine deutsche Backpackerin lebend im westaustralischen Busch gefunden wurde, meldet sie sich nun selbst zu Wort.

Carolina Wilga meldet sich erstmals persönlich aus dem Krankenhaus zu Wort.
Veröffentlicht am 14. Juli 2025 um 10:06 Uhr von dpa

Wenige Tage nach ihrer Rettung aus der australischen Wildnis hat sich eine deutsche Backpackerin emotional bei allen Helfern bedankt. Die 26-jährige Carolina Wilga wurde zwölf Tage lang vermisst, bevor eine Passantin sie am Freitag zufällig im Outback entdeckte. «Ich bin einfach unendlich dankbar, dass ich überlebt habe», zitierten australische Medien aus einer Mitteilung aus dem Krankenhaus in Perth, wo sie sich von dem Erlebten erholen soll.

Ihr Auto war bereits am Donnerstag im dichten Buschland der riesigen Karroun Hill Nature Reserve entdeckt worden - aber von der jungen Frau fehlte jede Spur. Wilga erzählte nun erstmals, was genau passiert war.

Warum verließ sie ihr Auto?

«Manche fragen sich vielleicht, warum ich mein Auto überhaupt verlassen habe, obwohl ich Wasser, Essen und Kleidung da hatte», schrieb sie. «Die Antwort lautet: Ich hatte die Kontrolle über das Auto verloren und war einen Abhang hinuntergerollt.» Bei dem Unfall habe sie sich schwer am Kopf verletzt. «Infolge des Unfalls habe ich mein Auto völlig verwirrt verlassen und mich verirrt.»

Sie bedanke sich «aus tiefster Seele» für die unglaubliche Unterstützung während der Suchoperation, betonte Wilga, die bereits seit zwei Jahren durch Australien reiste und den Trip teilweise durch Arbeit in Minen finanziert hatte. «Der Gedanke an all die Menschen, die an mich geglaubt, nach mir gesucht und weiter für mich gehofft haben, gab mir in meinen dunkelsten Momenten die Kraft, weiterzumachen.» 

Besonderer Dank an ihre Retterin

Neben der Polizei, den Suchtrupps und dem deutschen Konsulat dankte sie auch den Krankenschwestern, «die sich mit so viel Mitgefühl um mich gekümmert haben». Gleichzeitig bedankte sie sich bei allen Menschen rund um die Welt, die einfach an sie gedacht hätten – «und natürlich meiner Retterin und meinem Engel Tania!»

Die Australierin Tania Henley hatte Wilga am Freitag an einem Pfad in Outback entdeckt und in ihrem Auto in den nächsten Ort mitgenommen. Laut Polizei hatte sie bis dahin Regenwasser und Wasser aus Pfützen getrunken und teilweise in Höhlen übernachtet. Dabei sei sie einerseits strömendem Regen und Minusgraden, andererseits der starken australischen Sonne ausgesetzt gewesen, hieß es.

Das Verschwinden der Deutschen, die in einem Van unterwegs war, hatte eine riesige Suchaktion ausgelöst. Ihr Telefon war ausgeschaltet - was die Sorgen noch erhöhte, weil sie zuvor ihre Familie, die in Castrop-Rauxel in Nordrhein-Westfalen lebt, regelmäßig kontaktiert hatte. Wilgas Mutter hatte in sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, die Suche der Polizei nach ihrer Tochter zu unterstützen.

Als sie gefunden wurde, war sie dehydriert, erschöpft und hungrig. Gleichzeitig kam sie den Behörden zufolge verhältnismäßig glimpflich davon: Sie hat trotz ihrer Odyssee laut Polizei lediglich Blessuren wie Sonnenbrand, zahlreiche Insektenstiche, Prellungen, Schnittwunden und eine Fußverletzung erlitten.


Bildnachweis: © Supplied/WESTERN AUSTRALIA POLICE/AAP Image/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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