18. November 2022 / Aus aller Welt

Juwelendiebstahl-Prozess in Dresden - Kammer plant bis 2023

Seit Ende Januar müssen sich sechs junge Männer wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung verantworten. Die Verhandlungen vor Gericht dauern an.

Einer der Angeklagten im Prozess um den Juwelenraub im Grünen Gewölbe wird in den Verhandlungssaal im Landgericht Dresden geführt (Archivbild).
Veröffentlicht am 18. November 2022 um 14:54 Uhr von dpa

Der Prozess wegen des Juwelendiebstahls aus dem Dresdner Grünen Gewölbe im November 2019 am Landgericht der Elbestadt geht wohl ins neue Jahr. Die Strafkammer plant nun bis Anfang Februar 2023, wie ein Gerichtssprecher am Freitag auf Anfrage mitteilte. Weitere zusätzliche Termine seien nicht ausgeschlossen.

Die Kammer ist nach seinen Angaben mit ihrem Beweisprogramm durch, die Verteidigung habe noch Beweisanträge gestellt. Am Ende des Prozesstages forderte der Vorsitzende Richter die Verteidiger auf, sich bis zum nächsten Verhandlungstag zu äußern, ob sie weitere Beweisanträge planen.

Zuvor hatte der frühere Mitgefangene eines der Angeklagten als Zeuge angegeben, dass ein anderer Inhaftierter im Herbst 2021 ihm gegenüber bedauert habe, gegen den 23-Jährigen ausgesagt zu haben. Ihm seien Hafterleichterungen versprochen worden, berichtete er.

Schwere Vorwürfe

Nach einem rechtlichen Hinweis Ende Oktober beantragten die Verteidiger zweier Angeklagter wegen einer neuen Lage die Aussetzung der Hauptverhandlung. Aus Sicht des Gerichts kann danach der Nachweis, dass es die Personen sind, die vor knapp drei Jahren in das Museum eindrangen, die Vitrinen zerschlugen und historischen Schmuck entwendeten, nicht geführt werden. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft basierte auf Erkenntnissen aus dem Einsatz sogenannter Mantrailer-Hunde Monate nach dem Einbruch, den zwei Gutachter im Sommer kritisiert hatten.

Seit Ende Januar müssen sich sechs junge Männer wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung verantworten. Die Deutschen zwischen 23 und 28 Jahren aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie sollen am 25. November 2019 aus dem Historischen Grünen Gewölbe 21 Schmuckstücke mit Tausenden Diamanten und Brillanten im Wert von insgesamt über 113 Millionen Euro gestohlen und zudem Sachschäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen haben.

Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.


Picture credit: © Sebastian Kahnert/dpa-Pool/dpa
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