Kunst oder Pornografie, um diese Frage dreht sich aktuell eine Debatte in den USA. Im Zentrum steht die weltberühmte David-Statue von Michelangelo. Laut Medienberichten soll eine Lehrerin in Florida ihren Job verloren haben, nachdem sie ihrer Klasse ein Bild der nackten Statue gezeigt hat. Die Berichte haben nun auch in Florenz, wo die monumentale Statue aus der Zeit der Renaissance in der Galleria dell'Accademia steht, für Aufsehen gesorgt. Sogar der Bürgermeister der mittelitalienischen Stadt meldete sich via Twitter zu Wort. «Kunst mit Pornografie zu verwechseln ist einfach lächerlich», twitterte Dario Nardella. Er werde die Lehrerin nach Florenz einladen, «um ihr im Namen der Stadt ihre Anerkennung auszusprechen. Kunst ist Zivilisation und wer sie lehrt, verdient Respekt.» Die Direktorin der Galleria dell'Accademia, Cecilie Hollberg, zeigte sich indes empört und erstaunt über die mutmaßliche Entlassung der Lehrerin. «Das ist absurd. Nacktheit ist nicht dasselbe wie Pornografie», zitiert sie die italienische Tageszeitung «La Repubblica». Die David-Statue sei das Symbol der Renaissance, das den Menschen in all seiner Makellosigkeit, wie er von Gott erschaffen wurde, in den Mittelpunkt stellt. Der David sei zudem eine religiöse Figur. «Um eine Assoziation mit Pornografie herzustellen, muss man eine verzerrte Vorstellungskraft haben.» Das Museum in Florenz gehört - vor allem wegen der bekannten David-Skulptur - zu den meistbesuchten Museen in Italien. Die Marmorstatue entstand zwischen 1501 und 1504. Im 16. Jahrhundert schmückte sie zunächst den Eingang des florentinischen Palazzo Vecchio - seit 1873 wird sie in dem Museum aufbewahrt. Michelangelos Skulptur zeigt den biblischen David in dem Moment, in dem er mit der Steinschleuder den Kampf gegen den Riesen Goliath aufnehmen will.
Bildnachweis: © Antonio Calanni/AP
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Kündigung wegen David-Statue? - Bürgermeister meldet sich
Ein Bild der David-Statue soll einer Lehrerin in Florida den Job gekostet haben. Das empört den Bürgermeister von Florenz, der Respekt vor der Kunst einfordert.
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