12. Januar 2026 / Aus aller Welt

Leiche von Eisbader gefunden - und laufende Kamera

Ein Zeuge sieht einen Eisbader ins Wasser eines Teichs steigen, der dann verschwunden bleibt. Taucher und Kettensägen kommen zum Einsatz. Bis zum traurigen Fund; inklusive einer Kamera, die noch lief.

In Wismar ist eine Leiche aus einem Teich geborgen worden.
Veröffentlicht am 12. Januar 2026 um 16:30 Uhr von dpa

Bei der Suche nach einem verunglückten Eisbader haben Einsatzkräfte in einem vereisten Teich in Wismar die Leiche eines Mannes gefunden. Laut Polizei handelt es sich um einen 40-Jährigen. Ein Zeuge hatte demnach am Montagmorgen einen Mann beim Eisbaden gesehen - dieser sei dann nicht wieder aufgetaucht. Danach habe der Zeuge die Einsatzkräfte verständigt.

Einsatzkräfte fanden zwei Löcher im Eis und eine Kamera. «Die lief noch», sagte ein Sprecher der Stadt Wismar in Mecklenburg. Demnach zeigte das Video, «wie einer da reinspringt und nicht wieder rauskommt». 

Taucher und Kettensägen im Einsatz

Es handle sich um einen Löschteich im Stadtteil Wendorf, der an der entsprechenden Stelle etwa 1,75 Meter tief sei. Die Eisschicht sei etwa fünf bis sieben Zentimeter dick gewesen, sagte der Sprecher und verwies auf eine Schätzung der Feuerwehr. 

Die Feuerwehr der Stadt Wismar hatte vor einer Woche davor gewarnt, Eisflächen zu betreten. In diesem Fall war der Mann allerdings offenbar nicht eingebrochen. Er habe Löcher in das Eis gesägt, hieß es von der Stadt.

Während der Suchaktion hatte Ronny Bieschke von der Feuerwehr Wismar gesagt: «Die Bedingungen sind sehr schlecht.» Auch Taucher waren vor Ort. Mit Kettensägen sägten Feuerwehrleute das Eis auf. Dabei wurden sie durch Seile gesichert.

DLRG warnt davor, allein Eisbaden zu gehen

Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) riet davon ab, allein Eisbaden zu gehen. «Man sollte wenigstens zu zweit unterwegs sein, um im Notfall reagieren zu können», sagte ein Sprecher der DLRG der Deutschen Presse-Agentur. «Und man sollte natürlich körperlich gesund sein. Im besten Fall geht man vorher zum Arzt und klärt das ab.» Etwa bei Herzproblemen könne es schnell kritisch werden.

Spekulationen, wonach es sich bei dem Eisbader um einen Influencer handelt, bestätigte eine Polizeisprecherin nicht. «Das weiß ich schlichtweg auch nicht.» Bei dem Teich habe man auch den Wagen des Mannes gefunden. Auch seine Partnerin sei vor Ort gewesen. «Die wurde seelsorgerisch noch betreut.» Ob sie erst während der Suche dazugestoßen oder schon zuvor vor Ort war, konnte die Polizeisprecherin nicht sagen. 

Wieso der Mann nicht wieder auftauchte, ist laut Polizei unklar. Sie führt ein Todesermittlungsverfahren. «Erstmal scheint das nach einem tragischen Unfall auszusehen», sagte eine Polizeisprecherin.


Bildnachweis: © Philip Dulian/dpa
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