22. Juni 2023 / Aus aller Welt

Nacktschwimmer feiern in Hobart Wintersonnenwende

Nichts für frostige Gemüter ist eine Tradition im tasmanischen Hobart: Jedes Jahr finden sich dort 2000 mutige Nackte ein - und begeben sich bei eisigen Temperaturen ins wahrlich kühle Nass.

Menschen nehmen am jährlichen Nacktschwimmen zur Wintersonnenwende im tasmanischen Hobart teil.
Veröffentlicht am 22. Juni 2023 um 06:06 Uhr von dpa

Splitternackt und nur mit roten Badekappen bekleidet haben sich Tausende Australier auf der Insel Tasmanien in den bitterkalten River Derwent gestürzt. Mit der kuriosen Aktion begeht die Stadt Hobart traditionell die Wintersonnenwende: Auf der Südhalbkugel werden ab dem 22. Juni die Tage wieder länger. Das Event bildet das Ende des zweiwöchigen «Dark Mofo»-Festivals, das in diesem Jahr schon zum zehnten Mal stattfand.

Die Außentemperatur habe am frühen Morgen bei nur drei Grad gelegen, berichtete der australische Sender ABC. Dennoch strömten bei Sonnenaufgang 2000 Mutige herbei, um ins eiskalte Wasser des Flusses zu springen. «Es war eine Mischung aus Euphorie, Freude und purem Entsetzen, als die Schwimmer in einer Kakophonie aus Schreien und Kreischen vorwärts stürmten», hieß es.

«Es war so kalt, dass es auf der Haut gebrannt hat», zitierte der Sender einen Teilnehmer. Dennoch kommen viele immer wieder zu der frostigen Gaudi und reisen dafür auch aus anderen Landesteilen an. Angesichts der winterlichen Temperaturen tauchten die meisten aber nur sehr kurz ins kalte Nass ein und hüllten sich sofort danach wieder in Handtücher.

Allerdings wäre das Nacktschwimmen zur Begrüßung der wieder länger werdenden Tage bei seiner Erstausgabe 2013 buchstäblich fast ins Wasser gefallen: Damals drohte die Polizei noch, Teilnehmer wegen öffentlicher Unsittlichkeit festzunehmen. Heute ist der Zulauf so groß, dass sich maximal 2000 Menschen davor online registrieren können. Viele Interessenten hätten keines der begehrten Tickets mehr bekommen, schrieb die ABC.


Bildnachweis: © Ethan James/AAP/dpa
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