15. Februar 2023 / Aus aller Welt

Pendler setzen trotz hoher Spritpreise aufs Auto

Autofahrer mussten 2022 mehr für eine Tankfüllung ausgeben als 2021. Auch die Fahrzeit in der Rushhour hat vierlorts zugenommen. Doch das hat sie nicht davon abgehalten, die Fahrt dennoch auf sich zu nehmen.

Dichter Verkehr am Morgen im Tunnel Heckenstallerstraße auf dem Mittleren Ring B2R in München.
Veröffentlicht am 15. Februar 2023 um 09:00 Uhr von dpa

Die hohen Preise für Benzin und Diesel haben die Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr nicht davon abbringen lassen, wieder stärker das Auto für die Fahrt zur Arbeit zu nutzen. Das geht aus einer Analyse der Verkehrsmuster durch den Kartierungsspezialisten TomTom hervor.

Auch die Möglichkeit, aus dem Home-Office zu arbeiten, habe nicht zu einem Rückgang geführt. «Überraschenderweise hat die Zeit, die Pendlerinnen und Pendler in den untersuchten deutschen Großstädten in der Rushhour verlieren, vielerorts im vergangenen Jahr sogar noch zugenommen», erklärte ein TomTom-Sprecher.

Am langsamsten voran kamen Autos im Zentrum von Hamburg

Die längste Zeit in einem Stau zur Hauptverkehrszeit verbrachten 2022 Autofahrer in München - zusammengerechnet 67 Stunden und 9 Minuten. Danach folgten Hamburg mit 66 Stunden und 5 Minuten, Berlin (61 Stunden und 39 Minuten) und Leipzig (60 Stunden und 11 Minuten).

Über den Tag verteilt kamen die Fahrzeuge im Zentrum von Hamburg am langsamsten voran. Im Durchschnitt brauchten sie mehr als 23 Minuten für eine zehn Kilometer lange Strecke. Das entspricht einer Geschwindigkeit 26 Kilometern pro Stunde (km/h). In der Statistik folgen Berlin, Leipzig, München und Köln. In der Domstadt benötigte ein Fahrzeug durchschnittlich 19 Minuten und 20 Sekunden für die 10-Kilometer-Strecke.

«TomTom Traffic Index»: Erstmals Energiekosten ausgewertet

Für den «TomTom Traffic Index» für das Jahr 2022 wurden den Angaben zufolge die Daten von Smartphones und fest verbauten Navigationssystemen ausgewertet. Schätzungen zufolge war jedes siebte Automobil in Deutschland an der Datenerhebung beteiligt. Weltweit wertete TomTom Daten aus rund 600 Millionen Fahrzeugen aus.

In dem Index wurden erstmals die Energiekosten ausgewertet: Danach stiegen vor dem Hintergrund der Energiekrise durch den Ukraine-Krieg die Preise für Benzin in Deutschland durchschnittlich um 21 Prozent, bei Diesel betrug der Anstieg sogar 38 Prozent. Die Nutzung eines Elektrofahrzeuges sei eine Möglichkeit gewesen, die Fahrtkosten niedrig und konstant zu halten, selbst wenn man an den teureren Schnellladestationen in deutschen Städten das Fahrzeug auflädt.

Bei der Nutzung von herkömmlichen AC-Ladestationen mit langsameren Ladesgeschwindigkeiten habe man 2022 im Vergleich zu einem Benziner 46 Prozent der Energiekosten eingespart. Bei Nutzung eines Schnellladers betrugen die Kosteneinsparungen laut TomTom noch immer 14 Prozent im Vergleich zu einem Benziner.


Bildnachweis: © Matthias Balk/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

1.500 Euro für den Kinderschutzbund Erkelenz – Spende ermöglicht Ausflug für geflüchtete Kinder
Aus den Vereinen

1.500 Euro für den Kinderschutzbund Erkelenz – Spende ermöglicht Ausflug für geflüchtete Kinder

weiterlesen...
Ferien-Spaß mit Treffergarantie
Aus den Vereinen

Die Erkelenzer Schützenbruderschaft lädt in den Sommerferien alle Kinder und Jugendlichen zum kostenlosen Schnupperschießen ein.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mindestens 20 Tote nach schwerem Erdbeben in Indonesien
Aus aller Welt

Vor der auch bei Touristen beliebten indonesischen Insel Flores kommt es zu einem sehr schweren Erdbeben. Zeitweise galt auch eine Tsunami-Warnung.

weiterlesen...
Starker Wind: Waldbrandgefahr und Fährchaos in Griechenland
Aus aller Welt

Mitten in der touristischen Hauptsaison pfeift der Nordwind «Meltemi» mit teils 100 Kilometern pro Stunde. Viele Fähren bleiben vertäut, die Waldbrandgefahr ist sehr hoch.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mindestens 20 Tote nach schwerem Erdbeben in Indonesien
Aus aller Welt

Vor der auch bei Touristen beliebten indonesischen Insel Flores kommt es zu einem sehr schweren Erdbeben. Zeitweise galt auch eine Tsunami-Warnung.

weiterlesen...
Starker Wind: Waldbrandgefahr und Fährchaos in Griechenland
Aus aller Welt

Mitten in der touristischen Hauptsaison pfeift der Nordwind «Meltemi» mit teils 100 Kilometern pro Stunde. Viele Fähren bleiben vertäut, die Waldbrandgefahr ist sehr hoch.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner