10. Januar 2025 / Aus aller Welt

Riesen-Teleskope durch Bauprojekt in Chile bedroht

Die Europäische Südsternwarte betreibt große Teleskope in der chilenischen Atacama-Wüste, weil es dort ideale Bedingungen gibt. Die sind nun durch ein geplantes Industrieprojekt in Gefahr.

Lichtverschmutzung bedroht die Arbeit des Observatoriums auf dem chilenischen Berg Cerro Paranal.
Veröffentlicht am 10. Januar 2025 um 13:13 Uhr von dpa

Die Europäische Südsternwarte (ESO) fürchtet Probleme durch Lichtverschmutzung an ihrem Observatorium auf dem chilenischen Berg Cerro Paranal. In etwa fünf bis elf Kilometern Entfernung solle ein «industrielles Megaprojekt» des US-Energieversorges AES entstehen, warnen die Wissenschaftler. Dies würde astronomische Beobachtungen «unumkehrbar beeinträchtigen».

«Die Nähe des industriellen Megaprojekts AES Andes zu Paranal stellt ein erhebliches Risiko für den unberührtesten Nachthimmel der Welt dar», sagte der ESO-Generaldirektor Xavier Barcons. «Staubemissionen während des Baus, erhöhte atmosphärische Turbulenzen und insbesondere Lichtverschmutzung werden die Möglichkeiten für astronomische Beobachtungen, in die die Regierungen der ESO-Mitgliedstaaten bisher Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro getätigt haben, irreparabel beeinträchtigen.»

Das ESO plädiert für eine Verlegung des Projekts. «Chile und insbesondere Paranal sind ein ganz besonderer Ort für die Astronomie – der dunkle Himmel ist ein Naturerbe, das über die Landesgrenzen ausstrahlt und der gesamten Menschheit zugutekommt», sagte Itziar de Gregorio, Vertreterin der ESO in Chile. «Es ist von entscheidender Bedeutung, alternative Standorte für dieses Megaprojekt in Betracht zu ziehen, die einen der wichtigsten astronomischen Schätze der Welt nicht gefährden.»

Die Atacama gilt wegen ihrer Bedingungen als besonders geeignet für astronomische Beobachtungen. Das Observatorium auf dem Cerro Paranal wird seit seiner Einweihung im Jahr 1999 von der ESO betrieben. Ihr zufolge gelang dort unter anderem das erste Bild eines Exoplaneten. Auch an der Bestätigung der beschleunigten Expansion des Universums oder der Erforschung des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße war die Anlage beteiligt.


Bildnachweis: © P. Horálek/European Southern Observatory/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

14-Jährige stürzt beim Klettern in Südtirol zu Tode
Aus aller Welt

Eine Familie aus Tschechien macht Urlaub in den Dolomiten. Bei einer Tour auf mehr als 2.500 Meter Höhe verliert die Tochter das Gleichgewicht. Alle Hilfe kommt zu spät.

weiterlesen...
Nach Skandal: Top-Restaurant Noma ist zurück
Aus aller Welt

Das weltberühmte Noma öffnet wieder: In Kopenhagen erfindet es sich ab heute neu. Obwohl, nicht ganz. Ex-Starkoch Redzepi ist in neuer Rolle mit dabei - trotz massiver Vorwürfe früherer Mitarbeiter.

weiterlesen...
Picknick & Poesie: Open-Air-Lesung im Ziegelweiherpark Erkelenz
News aus Erkelenz

Am 13. August lädt die 54. Erkelenzer Leseburg um 19 Uhr zur Open-Air-Lesung mit Picknick im Ziegelweiherpark ein.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Alphaville-Sänger kritisiert «Beschneidung» und warnt
Aus aller Welt

Nach dem Hin und Her um einen Alphaville-Auftritt auf dem Glücksgefühle-Festival findet Sänger Marian Gold klare Worte: Er warnt vor rechtsradikalen Tendenzen und kritisiert die Veranstalter scharf.

weiterlesen...
Forscher: Wasserdefizit in Deutschland verschlimmert sich
Aus aller Welt

In Deutschland nehmen die Wasserreserven immer weiter ab. Nun machen Forscher deutlich, dass nicht fehlender Regen, sondern die steigenden Temperaturen dafür maßgeblich sind.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Alphaville-Sänger kritisiert «Beschneidung» und warnt
Aus aller Welt

Nach dem Hin und Her um einen Alphaville-Auftritt auf dem Glücksgefühle-Festival findet Sänger Marian Gold klare Worte: Er warnt vor rechtsradikalen Tendenzen und kritisiert die Veranstalter scharf.

weiterlesen...
Forscher: Wasserdefizit in Deutschland verschlimmert sich
Aus aller Welt

In Deutschland nehmen die Wasserreserven immer weiter ab. Nun machen Forscher deutlich, dass nicht fehlender Regen, sondern die steigenden Temperaturen dafür maßgeblich sind.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner