19. Juni 2024 / Aus aller Welt

Hitze fordert viele Todesopfer bei muslimischer Wallfahrt

In glühender Hitze sind Hunderttausende Muslime zur Wallfahrt Hadsch nach Mekka gereist. Einige haben die extremen Temperaturen nicht überlebt.

Muslimische Pilger während der jährlichen Hadsch-Pilgerfahrt im Zeltlager Mina in der Nähe der heiligen Stadt Mekka.
Veröffentlicht am 19. Juni 2024 um 15:55 Uhr von dpa

Mit dem Ende der muslimischen Wallfahrt Hadsch in Saudi-Arabien wird das schreckliche Ausmaß der Todesfälle durch extreme Hitze in Mekka immer deutlicher. Offiziellen Angaben zufolge wurden bisher mindestens 90 Tote gezählt. Die Zahl der Opfer steigt weiter an. 

Tunesiens staatliche Nachrichtenagentur TAP berichtete am Mittwoch, dass mindestens 35 tunesische Pilger ums Leben gekommen seien. Auch 11 iranische Bürger seien unter den Toten, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Der Senegal bestätigte, dass drei seiner Bürger bei der Wallfahrt ums Leben kamen. Zuvor hatte das Außenministerium in Jordanien bereits bestätigt, dass auch 41 jordanische Pilger ums Leben gekommen seien. 

Berichte darüber, dass auch Hunderte Ägypter gestorben seien, konnten zunächst nicht bestätigt werden. Die saudischen Behörden hielten sich bedeckt. Offizielle Angaben zur Gesamtzahl der Toten gab es am Mittwoch zunächst nicht. Es wird allerdings erwartet, dass die Zahlen noch weiter steigen.

Die Wallfahrt hatte in Mekka am Freitagabend bei glühender Hitze begonnen. Sie endete am Dienstag, einige Pilger vollzogen aber auch am Mittwoch noch ihre Rituale. In Mekka und an weiteren heiligen Stätten in der Umgebung herrschten in der Zeit um die 50 Grad Celsius. Behörden riefen Gläubige dazu auf, Sonnenschirme zu tragen, sich zur besonders heißen Mittagszeit nicht draußen aufzuhalten und genügend Wasser zu trinken. 

Millionen Pilger reisen an

Für Anhänger des Islams ist Mekka ein Ort von immenser Bedeutung, die dort liegende Heilige Moschee mit der Kaaba ist ein inneres Heiligtum. Millionen Pilger reisen jedes Jahr zum Hadsch an, um zu beten und muslimische Rituale zu befolgen. 

Aber das Gedränge ist gefährlich: Immer wieder kam es in Mekka zu tödlichen Zwischenfällen, teils wurden dabei Hunderte Menschen zerquetscht oder sie erstickten. 1990 kamen dabei mehr als 1440 Menschen ums Leben. Auch 2015 sollen nach offiziellen Angaben im Gedränge hunderte Menschen ums Leben gekommen sein.

Vergangenes Jahr nahmen rund zwei Millionen Pilger an der Wallfahrt in Saudi-Arabien teil, die zu den fünf Grundpflichten des Islams gehört. Busse und Züge helfen bereits, die vielen Gläubigen zu den heiligen Stätten zu bringen, die großen Menschenmengen und große Hitze bedeuten für die Pilger und Ordnungskräfte aber trotzdem eine Herausforderung.


Bildnachweis: © Rafiq Maqbool/AP/dpa
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