Viele junge Menschen in Europa blicken einer neuen Studie zufolge pessimistisch in die Zukunft. 52 Prozent der 16- bis 26-Jährigen in mehreren Ländern Europas denken, dass es ihnen schlechter gehen wird als ihren Eltern, wie aus der repräsentativen Studie «Junges Europa 2023» der Tui-Stiftung hervorgeht. Die Stiftung des Touristikunternehmens stellte die jährliche Jugendstudie am Donnerstag vor. Bereits bei der Umfrage im Vorjahr fielen die Antworten so pessimistisch aus wie noch nie, wie es damals hieß. Den Angaben zufolge befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov im März 2023 mehr als 7000 Menschen zwischen 16 und 26 Jahren in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Polen. Demnach glaubten nur 22 Prozent der Befragten, dass es ihnen einmal besser gehen werde als ihren Eltern. Von den Befragten aus diesen sieben Ländern gaben zudem nur 10 Prozent an, Vertrauen in Parteien zu haben. 73 Prozent gaben aber auch an, dass Wählen eine Bürgerpflicht sei. Die generelle Unzufriedenheit mit der Politik drückt sich auch in der Einstellung der jungen Menschen zur Demokratie aus: 49 Prozent gaben an, dass sie alles in allem «unzufrieden» oder «eher unzufrieden» mit dem Zustand der Demokratie in ihrem Land seien. 2019 sagten das demnach noch 35 Prozent. Ein möglicher Grund: Nur 5 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie das Gefühl hätten, ihre Interessen würden «voll und ganz» von Politikern vertreten. 26 Prozent hatten das Gefühl «überhaupt nicht». Nur in Deutschland waren mit 35 Prozent mehr junge Menschen zufrieden als unzufrieden mit dem Zustand der Demokratie. Auch junge Menschen aus Deutschland und Polen, die in den vergangenen Jahren mit optimistischeren Einstellungen als ihre Nachbarn aufgefallen waren, schließen sich der Studie zufolge nun der negativeren Grundstimmung an: Bei der ersten Befragung 2017 gaben in Deutschland noch 64 Prozent an, «eher oder sehr optimistisch» auf ihre persönliche Zukunft zu blicken. 2023 sagten das noch 56 Prozent der jungen Leute in Deutschland. Unter allen befragten Ländern sank der Wert von 70 auf 58 Prozent. Mit 67 Prozent blickten unter jungen Spaniern und Spanierinnen noch die meisten optimistisch in die eigene Zukunft. Auch beim Finanziellen trübt sich die Stimmung: 37 Prozent (2017: 44 Prozent) rechnen mit einer Verbesserung ihrer finanziellen Lage in den kommenden zwei Jahren, 31 Prozent (20 Prozent) erwarten eine Verschlechterung. Es handele sich um einen schleichenden Trend, der nicht an einem Thema wie der Corona-Pandemie oder dem russischen Krieg gegen die Ukraine festzumachen sei, sagte Politikwissenschaftler Thorsten Faas von der Freien Universität Berlin, der die Studie wissenschaftlich begleitete. «Das Lebensgefühl junger Europäer und Europäerinnen trübt sich längerfristig und kontinuierlicher ein. Das bedeutet nach vorne schauend: Eine plötzliche Trendumkehr ist nicht sehr wahrscheinlich.» Verhältnismäßig positiv bewerten die 16- bis 26-Jährigen die Europäische Union: 32 Prozent der Befragten aus den sechs EU-Ländern gaben an, dass sie Parlament und Kommission der EU vertrauten, nur 16 Prozent der Befragten aller sieben Länder sagten das über ihre nationale Regierung. Mit 31 Prozent ist das Vertrauen junger Menschen in die eigene Regierung in Deutschland am stärksten verbreitet. Insgesamt 59 Prozent in den befragten Ländern gaben auch an, sich zumindest teilweise als Europäer und Europäerinnen zu fühlen. 43 Prozent aller Befragten und 39 Prozent der deutschen Befragten gaben an, dass die Verbindungen der EU-Länder untereinander enger werden sollten und die EU mehr Zuständigkeiten erhalten solle. Der Umwelt- und Klimaschutz ist für die Befragten das wichtigste Thema auf EU-Ebene. Unzufrieden zeigten sich jeweils mehr als 60 Prozent der befragten jungen Menschen über aus ihrer Sicht ungleich verteilte Einkommen, Vermögen oder Karrieremöglichkeiten. Für ein erfülltes Leben wünschen sich zudem jeweils mehr als 80 Prozent Gesundheit, finanzielle Rücklagen, glückliche Beziehungen, Freizeit und ein Gefühl der Sicherheit. Nur maximal 69 Prozent gaben jedoch an, dass diese Wünsche auch erfüllt würden.Spanier und Spanierinnen am optimistischsten
Umwelt- und Klimaschutz als wichtigstes Thema
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Junge Europäer blicken pessimistischer in die Zukunft
Die Tui-Stiftung ließ die Stimmung junger Leute vor dem Hintergrund des aktuellen Weltgeschehens untersuchen. Ihre Gemütslage zeigt demnach in mehreren europäischen Ländern in eine Richtung.
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