11. Februar 2023 / Aus aller Welt

Von Erdbeben Betroffene sollen unbürokratisch Visa bekommen

Wer in der Türkei vom Erdbeben betroffen ist, soll einfacher an Visa kommen, um bei Verwandten in Deutschland unterzukommen. Außen- und Innenministerium stellen vereinfachte Regeln in Aussicht.

Deutsche Hilfsgüter auf dem Weg in die Türkei.
Veröffentlicht am 11. Februar 2023 um 20:58 Uhr von dpa

Vom Erdbeben betroffene Menschen in der Türkei sollen über ein unbürokratisches Visaverfahren die Möglichkeit erhalten, zeitweise bei Angehörigen in Deutschland unterzukommen. Das teilten das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium am Samstag in Berlin mit.

«Als Bundesregierung wollen wir helfen, dass Familien in Deutschland Angehörige, die vom Erdbeben betroffen sind, vorübergehend bei sich aufnehmen können, wenn sie kein Dach mehr über dem Kopf haben oder medizinische Behandlung brauchen», sagte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne).

Das Auswärtige Amt hat ihren Angaben zufolge gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium eine Task Force gebildet. Diese nehme noch am Wochenende ihre Arbeit auf. «Ziel ist es, das Visaverfahren für diese Fälle so unbürokratisch wie möglich zu machen.» Das Auswärtige Amt habe schon jetzt sein Personal an den Auslandsvertretungen verstärkt und Kapazitäten an den Visa-Annahmezentren in der Türkei umgeschichtet.

Es geht um Angehörige ersten oder zweiten Grades

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) schrieb auf Twitter: «Es geht um Hilfe in der Not. Wir wollen ermöglichen, dass türkische oder syrische Familien in Deutschland enge Verwandte aus der Katastrophenregion unbürokratisch zu sich holen können.» Dies solle mit regulären Visa geschehen, die schnell erteilt würden und drei Monate gültig sein sollten. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung über die Regelung berichtet.

Außenministerin Baerbock sagte: «In der Trauer und Bestürzung über die vielen tausend Toten nach dem Erdbeben ist ein Hoffnungsschimmer für mich das riesige Engagement Hunderttausender Menschen in unserem Land, die nicht nur Anteil nehmen, sondern anpacken und Wege finden zu helfen, etwa mit Spenden.» Viele Menschen hier hätten Verwandte in der Türkei, die sie bei sich aufnehmen wollten und für die sie bereit seien zu bürgen.

Nach dpa-Informationen soll die beschleunigte und prioritäre Visavergabe Menschen zugute kommen, die von der Katastrophe individuell besonders betroffen sind - etwa durch tatsächliche oder drohende Obdachlosigkeit oder durch behandlungsbedürftige Verletzungen. Die Regelung richtet sich an Erdbebengeschädigte, die in Deutschland bei Familienangehörigen ersten oder zweiten Grades mit deutscher Staatsbürgerschaft oder einem dauerhaften Aufenthaltsrecht Zuflucht suchen wollen.

Das aufnehmende Familienmitglied muss zudem eine Erklärung abgeben, in der es sich verpflichtet, für den Lebensunterhalt und die spätere Ausreise des Aufgenommenen aufzukommen. Alle Anforderungen eines regulären Visumverfahrens werden allerdings nicht aufgehoben. So muss der Antragsteller zum Beispiel in der Regel einen gültigen Reisepass vorweisen können.


Bildnachweis: © Fabian Sommer/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Das sind die Gewinner unseres ELECTRISIZE-Fotogewinnspiels
Aktionen

Zwei Wochen lang habt ihr fleißig abgestimmt – jetzt stehen die Gewinner fest

weiterlesen...
Burgkirmes in Erkelenz: Vom 11. bis 14. September
News aus Erkelenz

Erleben Sie über 70 Attraktionen auf der Burgkirmes Erkelenz. Besonderheiten: Feuerwerk am 11. September und Familientag am 14. September.

weiterlesen...
Interkulturelle Woche 2026: Vielfältiges Programm im Kreis Heinsberg
News aus Hückelhoven

Vom 19.09. bis 03.10. bietet die Interkulturelle Woche im Kreis Heinsberg Festivals und Events für Vielfalt und Toleranz.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Gegen Kurzsichtigkeit helfen weder Training noch Karotten
Aus aller Welt

Kurzsichtigkeit lässt sich nicht rückgängig machen. Der Faktencheck zeigt: Übungen, bestimmte Lebensmittel oder Sonnenlicht ersetzen keine Brille.

weiterlesen...
Kindesmissbrauch mit KI: Cyber-Ermittler vor neuen Problemen
Aus aller Welt

Täter nutzen frei verfügbare KI-Tools, um kinderpornografische Inhalte zu erstellen. Warum die Unterscheidung zwischen KI und echtem Missbrauch wichtig ist und welche Risiken es gibt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Gegen Kurzsichtigkeit helfen weder Training noch Karotten
Aus aller Welt

Kurzsichtigkeit lässt sich nicht rückgängig machen. Der Faktencheck zeigt: Übungen, bestimmte Lebensmittel oder Sonnenlicht ersetzen keine Brille.

weiterlesen...
Kindesmissbrauch mit KI: Cyber-Ermittler vor neuen Problemen
Aus aller Welt

Täter nutzen frei verfügbare KI-Tools, um kinderpornografische Inhalte zu erstellen. Warum die Unterscheidung zwischen KI und echtem Missbrauch wichtig ist und welche Risiken es gibt.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner