5. November 2023 / Aus aller Welt

Wie weiter für Europa im All? Weltraumgipfel sucht Antworten

Probleme bei den Trägerraketen machen Europas Raumfahrt zu schaffen. Wie kann der Zugang zum All besser werden? Die europäische Raumfahrtagentur hofft auf wesentliche Veränderungen.

Die Startrampe der Ariane 6 auf dem europäischen Weltraumbahnhof beherbergt ein vollständig montiertes Exemplar der neuen Trägerrakete der ESA: Wie soll es für den Kontinent in der Raumf...
Veröffentlicht am 5. November 2023 um 18:25 Uhr von Rachel Boßmeyer, dpa

Bei den Trägerraketen kriselt es, bei der Erkundung des Alls droht Europa, hinter den ambitionierten Plänen anderer zurückzubleiben. Wie soll es für den Kontinent in der Raumfahrt weitergehen?

Darüber beraten ab heute Minister der zur europäischen Raumfahrtbehörde Esa gehörenden Länder. Auf dem zweitägigen Weltraumgipfel in Sevilla sollen Nachhaltigkeit, Transport und Erforschung des Alls zur Sprache kommen. Beim Zugang zum Weltraum und bei Trägerraketen könnte es der Esa zufolge maßgebliche Veränderungen geben.

Die Probleme

Derzeit steht Europa bei den eigenen Trägerraketen alles andere als gut da. Die neue Ariane 6 hätte schon 2020 an den Start gehen sollen, ihr Erstflug ist nun für kommendes Jahr anvisiert. Schmerzlich ist die jahrelange Verzögerung bei der Ariane 6, weil ihre Vorgängerin, die Ariane 5, die seit 1996 im Einsatz war, im Juli letztmalig gestartet ist. Seitdem hat die Esa keine eigenen Mittel mehr, um große Satelliten in den Weltraum zu bringen.

Auch bei den leichten Satelliten läuft es aktuell nicht rund. Der erste kommerzielle Flug der Rakete Vega C missglückte im vergangenen Dezember. Die daraufhin geplante Weiterentwicklung der Vega-Rakete soll wohl erst Ende 2024 erneut abheben.

Beide Raketen, die Ariane 6 und die Vega C, sollten Europas Raumfahrt eigentlich wettbewerbsfähiger machen. Die Esa ist darum bemüht, sie so schnell wie möglich an den Start zu bringen. Ein stabilisierter Zugang zum All ist auch auf dem Gipfel Thema.

Auch bei der Erkundung des Weltraums könnte es Bewegung geben. Eine von der Esa initiierte Fachgruppe rief die Institution im Frühjahr zu mehr Autonomie auf. Esa-Chef Josef Aschbacher zufolge geht man mit einem guten Paket nach Sevilla, das entscheidende Veränderungen für Europa auf beiden Feldern - Zugang zum All und Erkundung des Weltraums - bringen könnte. Vorab hieß es, man wolle auf die zunehmende Kommerzialisierung und Privatisierung von Raumfahrtaktivitäten antworten.

Bilder von «Euclid»

Zum Ende des Gipfels will die Esa erste Bilder ihrer neuen Mission zur Erforschung Dunkler Materie und Dunkler Energie veröffentlichen. Die Sonde «Euclid» war Anfang Juli in den Weltraum gestartet. Ihr Teleskop soll unter anderem dabei helfen, auf die Entfernung von Galaxien zu schließen.

Die Esa will so einen Blick in die Vergangenheit des Universums werfen und dessen Entwicklung innerhalb der letzten zehn Milliarden Jahre erforschen. Insgesamt sollen Daten zu Milliarden von Galaxien gesammelt werden, um mit deren Hilfe mehr über die Dunkle Materie und die Dunkle Energie zu erfahren.


Bildnachweis: © Manuel Pedoussaut/ESA/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

14-Jährige stürzt beim Klettern in Südtirol zu Tode
Aus aller Welt

Eine Familie aus Tschechien macht Urlaub in den Dolomiten. Bei einer Tour auf mehr als 2.500 Meter Höhe verliert die Tochter das Gleichgewicht. Alle Hilfe kommt zu spät.

weiterlesen...
Kurze Pause vor der nächsten Hitze - 36 Grad am Wochenende
Aus aller Welt

Am Samstag und Sonntag wird es in weiten Teilen Deutschlands wieder heiß. Und auch die nächste Woche bringt kaum Abkühlung.

weiterlesen...
Picknick & Poesie: Open-Air-Lesung im Ziegelweiherpark Erkelenz
News aus Erkelenz

Am 13. August lädt die 54. Erkelenzer Leseburg um 19 Uhr zur Open-Air-Lesung mit Picknick im Ziegelweiherpark ein.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Vulkanausbruch: Flughafen Jakarta streicht Dutzende Flüge
Aus aller Welt

Im Inselstaat Indonesien gibt es mehr aktive Vulkane als in jedem anderen Land der Welt. Nach einem Ausbruch in der Meerenge von Sunda hat der Wind Vulkanasche nun bis nach Jakarta gebracht.

weiterlesen...
An Kälte gewöhnte Arten verschwinden von Europas Berggipfeln
Aus aller Welt

Steigende Temperaturen seit den 1980er Jahren führen dazu, dass die Pflanzenwelt in europäischen Gebirgen artenreicher wird. Allerdings gibt es auch Verlierer, wie Wissenschaftler nachgewiesen haben.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Vulkanausbruch: Flughafen Jakarta streicht Dutzende Flüge
Aus aller Welt

Im Inselstaat Indonesien gibt es mehr aktive Vulkane als in jedem anderen Land der Welt. Nach einem Ausbruch in der Meerenge von Sunda hat der Wind Vulkanasche nun bis nach Jakarta gebracht.

weiterlesen...
An Kälte gewöhnte Arten verschwinden von Europas Berggipfeln
Aus aller Welt

Steigende Temperaturen seit den 1980er Jahren führen dazu, dass die Pflanzenwelt in europäischen Gebirgen artenreicher wird. Allerdings gibt es auch Verlierer, wie Wissenschaftler nachgewiesen haben.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner