30. Dezember 2023 / Aus aller Welt

Zahl gesprengter Geldautomaten auf hohem Niveau

Es gibt einen lauten Knall. Die Zerstörung ist mitunter massiv. Bei Geldautomaten-Sprengungen entsteht meist ein hoher Schaden. Wie ist die Lage in Deutschland? Ein erster Überblick.

Die Zahl gesprengter Geldautomaten in Deutschland ist weiterhin hoch.
Veröffentlicht am 30. Dezember 2023 um 05:34 Uhr von dpa

Die Zahl gesprengter Geldautomaten in Deutschland bleibt auf einem hohen Niveau. Mehrere Landeskriminalämter (LKA) sprachen zwar von einem leichten Rückgang, in anderen Bundesländern gab es dagegen mehr Fälle. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Bundesweite Daten für 2023 liegen noch nicht vor.

Mehr als 470 Angriffe wurden demnach bislang bekannt. Da die Ermittler in den Ländern unterschiedliche Stichtage als Grundlage ihrer Zahl haben, lässt sich noch nicht sagen, ob der Vorjahreswert erreicht wird. 2022 hatte die Polizei bundesweit mit 496 Fällen von Geldautomatensprengungen einen neuen Höchststand registriert.

Die Ermittler in Niedersachsen sprachen von einem deutlichen Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Bis Anfang Dezember habe es 36 Angriffe auf Geldautomaten gegeben. Im Vergleich dazu gab es im Jahr 2022 insgesamt 68 Taten. Das bayerische Landeskriminalamt registrierte bis kurz vor Jahresende 21 Sprengungen von Geldautomaten, nach 37 Angriffen im Vorjahr. Auch das LKA in Sachsen berichtete von einem leichten Rückgang der Fallzahlen.

Zuwachs im Norden

In Nordrhein-Westfalen zeichnet sich ebenfalls ein Rückgang ab. Kurz vor Jahresende lag die Zahl laut LKA bei 153 Angriffen. Sollte es dabei bleiben, wäre dies ein Rückgang von 16 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2022, als 182 Geldautomaten angegriffen wurden.

Im Norden gab es dagegen einen Zuwachs. In Schleswig-Holstein verzeichnete das LKA einen leichten Anstieg, es verwies zugleich aber auf Schwankungen bei der Zahl gesprengter Automaten in den Vorjahren. In Mecklenburg-Vorpommern seien bis zum 5. Dezember zwölf Sprengungen gezählt worden, teilte eine LKA-Sprecherin mit. 2022 verzeichneten die Ermittler demnach keine einzige Tat. 2021 waren es fünf.

In Baden-Württemberg sind seit der Jahreswende laut LKA mindestens 40 Geräte mit teils brachialer Gewalt zerstört worden. Im vergangenen Jahr schlugen die sehr oft aus den Niederlanden kommenden Räuber laut LKA 34-mal zu. In Hessen gab es laut den dortigen Behörden bis kurz vor dem Jahreswechsel 60 Angriffe - ein Höchststand.

Millionenschaden durch Sprengungen

Bei den Fällen im Vorjahr entstand laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft ein Schaden von gut 110 Millionen Euro. Der Schaden an den Geräten und den Gebäuden ist zumeist gravierender als der Schaden aus den Gelddiebstählen. Bundesweit gebe es rund 55.000 Geldautomaten.

Vor mehr als einem Jahr hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) zu einem «Runden Tisch Geldautomatensprengungen» geladen. Im Juni sprach sie sich für eine stärkere Verwendung von Farb-Kleb-Patronen in den Automaten aus. Sie verwies auf Erfahrungen in den Niederlanden, wo es mit dem Einfärben und Verkleben des Geldes gelungen sei, das Problem in den Griff zu bekommen.

Im November berichtete die Polizei in Osnabrück von mehreren Festnahmen und vielen Durchsuchungen in Deutschland und den Niederlanden. Bereits in den Monaten davor gab es mehrere Festnahmen von Tatverdächtigen aus den Niederlanden.

Zu einem besonders spektakulären Fall kam es in Thüringen Ende September: Bei der Flucht vor der Polizei waren vier mutmaßliche Geldautomaten-Sprenger mit ihrem Auto in einen Fluss im Landkreis Sömmerda gestürzt. Einer der Männer wurde tot aus dem Wagen geborgen. Die drei anderen mutmaßlichen Täter waren gefasst worden.


Bildnachweis: © Matthias Bein/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

ELECTRISIZE 2026: Das Foto-Voting ist gestartet – jetzt für euren Favoriten abstimmen!
Aus dem Erkelenzer Land

Das ELECTRISIZE 2026 liegt hinter uns – doch die besonderen Momente des Festivals bleiben!

weiterlesen...
Burgkirmes in Erkelenz: Vom 11. bis 14. September
News aus Erkelenz

Erleben Sie über 70 Attraktionen auf der Burgkirmes Erkelenz. Besonderheiten: Feuerwerk am 11. September und Familientag am 14. September.

weiterlesen...
Größter Waldbrand in NRW – Evakuierung in der Eifel
Aus aller Welt

Flammen, Rauch und Weltkriegsmunition: Eine Feuerwalze im Hürtgenwald rückt an die Eifel-Gemeinde Gey heran. Der wohl größte Waldbrand in NRW fordert Feuerwehr und Anwohner bis an ihre Grenzen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Indonesische Fähre mit rund 240 Menschen an Bord in Seenot
Aus aller Welt

Fähren sind im Inselstaat Indonesien ein wichtiges Transportmittel. Zwischen Java und Kalimantan gerät eine von ihnen in Seenot. Dutzende Passagiere werden durch andere Schiffe gerettet.

weiterlesen...
Goldener Löwe für eine unbequeme Frauenrolle
Aus aller Welt

May el-Toukhy gewinnt den Goldenen Löwen, Lee Chang-dong den Großen Preis der Jury. Das Filmfest Venedig setzt bei der Preisverleihung politische Zeichen – nicht immer mit einfachen Botschaften.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Indonesische Fähre mit rund 240 Menschen an Bord in Seenot
Aus aller Welt

Fähren sind im Inselstaat Indonesien ein wichtiges Transportmittel. Zwischen Java und Kalimantan gerät eine von ihnen in Seenot. Dutzende Passagiere werden durch andere Schiffe gerettet.

weiterlesen...
Goldener Löwe für eine unbequeme Frauenrolle
Aus aller Welt

May el-Toukhy gewinnt den Goldenen Löwen, Lee Chang-dong den Großen Preis der Jury. Das Filmfest Venedig setzt bei der Preisverleihung politische Zeichen – nicht immer mit einfachen Botschaften.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner