Ein Zelt im Wohnzimmer – gegen die Kälte: Das ist ein Tipp der Experten vom Medizinischen Katastrophen-Hilfswerk Deutschland (MHW) für Krisenfälle wie den Stromausfall in Berlin. Nach dem tagelangen Blackout in der Hauptstadt erlebt der Verein einen Ansturm wie nie zuvor. «Seit einigen Tagen erreichen uns Hunderte Nachrichten aus dem gesamten Bundesgebiet», sagte Matthias Fischer, Sprecher und Kursleiter beim MHW, der Deutschen Presse-Agentur. Gefragt werde nach Kochen ohne Strom, Notbevorratung, Batterielösungen – vor allem aber nach den in Bayern kostenlosen MHW-Krisenkursen, für die es bundesweit kein vergleichbares Angebot gebe. «Am meisten interessiert, wann der nächste Kurs stattfindet», sagte Fischer. Man prüfe Möglichkeiten, das Kursangebot auszubauen, und arbeite auch an einem Online-Angebot. Ziel sei es, dass solche Kurse bundesweit angeboten würden, eventuell gemeinsam mit anderen Organisationen. Die Bevölkerung müsse resilient werden, widerstandsfähig gegen Krisen und Katastrophen. Es sei auch Aufgabe der Politik, hier ein Angebot zu schaffen. Die Lösungen, die der Verein vermittelt, sind einfach und praxisnah: Ein Zelt, ein Campingkocher, eine Taschenlampe zum Kurbeln – die Ausstattung für den Campingurlaub kann bei einem Blackout auch im Hochhaus mitten in der Großstadt eine gute Überlebenshilfe sein. Ein Gaskocher könne mit einer Kartusche mit 230-Gramm-Füllung etwa zwei Stunden betrieben werden – nichts für ein Gourmet-Menü, aber genug, um heißen Tee zu kochen oder einfache Mahlzeiten wie Nudeln zuzubereiten. Empfohlen werde deshalb, für den Krisenvorrat auf leicht zuzubereitende Speisen wie etwa Couscous zu achten. Trinkwasser lässt sich notfalls aus Regenwasser mit einfachen Sandfiltern gewinnen. Fürs Licht gibt es Solarlampen oder besser noch Kurbeltaschenlampen, mit denen jederzeit Licht erzeugt werden kann, auch wenn der Akku leer ist. Kurbelradios mit integrierter Taschenlampe und Solarpanel seien in vielen Elektronikmärkten erhältlich. Einige Geräte könnten sogar als Powerbank genutzt werden, zum Laden von Mobiltelefonen. Generell lohne sich ein Blick in den Campingbereich. In den Kursen erklärt der Verein zudem die behördlichen Warnkanäle und zeigt, wo es im Ernstfall verlässliche Informationen gibt. MHW-Sprecher Fischer warnt: Desinformation und Fake News könnten gerade in Krisen zunehmen.Run auf Krisenwissen
Überleben mit Bordmitteln
Camping statt Komfortzone
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Zelten im Wohnzimmer - Ansturm auf Krisenkurse nach Blackout
Kein warmes Essen, kein Internet, die Wohnung dunkel und kalt: Tausende Berliner saßen tagelang ohne Strom zu Hause. Ein Hilfswerk bietet praktische Tipps. Warum auch Campingwissen sehr nützlich ist.
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