7. August 2025 / Aus aller Welt

Zurück im Meer: Erste aufgepäppelte Seehunde ausgewildert

Ein kurzer Blick zurück, dann robben die ersten Seehundjungen in die Freiheit. Wochenlang wurden die verwaisten Tiere aufgezogen. Nun wartet auf Hubi, Scotty und Co. die Nordsee.

Der Moment der Freiheit ist für die jungen Seehunde da, als die Tierpfleger die Transportkörbe öffnen.
Veröffentlicht am 7. August 2025 um 20:49 Uhr von dpa

Die ersten sieben aufgepäppelten, jungen Seehunde dieser Geburtensaison sind von den beiden deutschen Seehundstationen in Norddeich und Friedrichskoog in die Freiheit entlassen worden. Hubi, Steve und Scotty wurden am frühen Abend am Strand an der Ostspitze der ostfriesischen Insel Juist von Mitarbeitern der Norddeicher Seehundstation in Niedersachsen ausgewildert. Kurz zuvor hatte auch die schleswig-holsteinische Seehundstation in Friedrichskoog mit Ariel, Heddies, Hugo und Vicky ihre ersten Tiere im Nationalpark Wattenmeer ausgesetzt.

Nachdem die Transportkörbe auf Juist vorsichtig geöffnet und Richtung Wasser gekippt wurden, beschnupperten Hubi, Steve und Scotty zunächst ihre neue Freiheit. Dann robbten sie zielstrebig die wenigen Meter Richtung Meer und tauchten in die Nordseewellen ein. «Eine ganz hervorragend, gelungene Aktion. Die Tiere waren ganz entspannt», sagte Peter Lienau, Leiter der Norddeicher Seehundstation.

Erst unmittelbar vor der Auswilderung seien die Jungtiere aus den Aufzuchtbecken genommen worden. Mit einem Boot wurden sie dann in Transportboxen bis nach Juist gebracht. «Nun drücken wir ihnen die Daumen, dass sie ein wunderschönes Leben in freier Wildbahn haben», sagte Lienau.

Die Seehundstationen in Norddeich und in Friedrichskoog sind die einzigen berechtigten Aufnahmestellen für die Seehundjungtiere, auch Heuler genannt, in Deutschland. Seehunde sind im Nationalpark Wattenmeer geschützt.

Warum in Niedersachsen weniger Jungtiere aufgenommen wurden

Für die Tierpfleger beginnt mit der ersten Fahrt nun die Auswilderungssaison. In der Seehundstation Norddeich haben die Jungtiere in diesem Jahr im Schnitt nach 56 ihr Auswilderungsgewicht von 25 Kilogramm erreicht. Zum Vergleich: Als Seehundjunge Hubi Anfang Juni auf Borkum gefunden wurde, wog er gerade mal 8,2 Kilogramm. Wie die anderen Jungtiere auch, getrennt von der Mutter und unterernährt, hätte er allein keine Überlebenschance gehabt.

In der Seehundstation in Friedrichskoog sind zurzeit 185 junge Seehunde untergebracht, in Norddeich wurden bislang 121 Tiere aufgenommen. In Norddeich werden in diesem Jahr damit etwa 30 Prozent weniger verwaiste Jungtiere aufgepäppelt als noch 2024. 

Die Tierpfleger führen das auf weniger Störungen durch den Menschen in der Hauptgeburtenphase ab Juni zurück. Die Geburtenphase fällt in der Regel in die Tourismushochsaison an der Küste. Seehunde brauchen viel Ruhe bei der Aufzucht ihres Nachwuchses.


Bildnachweis: © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Picknick & Poesie: Open-Air-Lesung im Ziegelweiherpark Erkelenz
News aus Erkelenz

Am 13. August lädt die 54. Erkelenzer Leseburg um 19 Uhr zur Open-Air-Lesung mit Picknick im Ziegelweiherpark ein.

weiterlesen...
ELECTRISIZE 2026: Das Foto-Voting ist gestartet – jetzt für euren Favoriten abstimmen!
Aus dem Erkelenzer Land

Das ELECTRISIZE 2026 liegt hinter uns – doch die besonderen Momente des Festivals bleiben!

weiterlesen...
Größter Waldbrand in NRW – Evakuierung in der Eifel
Aus aller Welt

Flammen, Rauch und Weltkriegsmunition: Eine Feuerwalze im Hürtgenwald rückt an die Eifel-Gemeinde Gey heran. Der wohl größte Waldbrand in NRW fordert Feuerwehr und Anwohner bis an ihre Grenzen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Brand in zwei Schulen im Kongo - mindestens 15 tote Kinder
Aus aller Welt

Auf der Flucht vor einem Feuer starben mindestens 15 Kinder im Kongo. Der Brand in einem Wohnviertel zerstörte zwei Grundschulen und zahlreiche Häuser. Die Zahl der Toten könnte noch steigen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Brand in zwei Schulen im Kongo - mindestens 15 tote Kinder
Aus aller Welt

Auf der Flucht vor einem Feuer starben mindestens 15 Kinder im Kongo. Der Brand in einem Wohnviertel zerstörte zwei Grundschulen und zahlreiche Häuser. Die Zahl der Toten könnte noch steigen.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner